Ungnad (Johann, Baron von Sonegg), Förderer der Reformation unter den Südslawen, geb. 1493 auf dem väterlichen Lehngut Sonegg in Kärnten, kämpfte gegen die Türken und nahm hohe Amter in der Landesregierung ein. Zugleich war er aber ein eifriger Anhänger und Förderer der Reformation, und als Kaiser Ferdinand I. 1557 hefahl, daß jeder Adelige Katholik sein oder seine Güter verkaufen und aus dem Lande ziehen müsse, verließ U. die Heimat und begab sich nach Württemberg, wo ihm der Herzog den Münchhof (das ehemalige Stift St. Amandi) im Städtchen Urach zur Wohnung überließ. U. errichtete hier eine Buchdruckerei und druckte in derselben mit Unterstützung der Südslawen Truber, Dalmatin und Konsul Bibeln, Postillen, Katechismen etc. in slowenischer und kroatischer Sprache und zwar mit lateinischen, cyrillischen und glagolitischen Typen. Er starb auf einer Reise zu Winternitz in Böhmen 27. Dez. 1564. Seine Leiche wurde nach Tübingen gebracht und in der dortigen Stiftskirche beigesetzt. Die uracher slawische Buchdruckerei, welche auch der Herzog von Württemberg und andere prot. Fürsten mit Geldbeiträgen unterstützt hatten, ging nach U.s Tode ein. Litteratur s. unter Truber.