Untergang der Gestirne nennt man den infolge der allgemeinen Umdrehung des Himmelsgewölbes täglich einmal eintretenden Moment des Verschwindens unter dem Horizont. Derselbe ist, abgesehen von den Wirkungen der Strahlenbrechung, durch welche der Untergang aller Gestirne verzögert wird, um den halben Tagbogen von dem Augenblick des Meridiandurchganges entfernt. Die Sternzeit des U. ist daher für einen Fixstern immer dieselbe. Rechnet man aber nach der im bürgerlichen Leben üblichen Sonnenzeit, so fällt, da die Sonne mit jedem Tage um etwa 1 nach Osten hin vorrückt, der Untergang jeden Tag etwas früher, als am vorhergehenden und zwar bei Fixsternen um 4 Minuten. Ahnliches gilt für diejenigen Himmelskörper, welche sich langsamer fortbewegen als die Sonne. Beim Monde dagegen, welcher 13 mal so rasch läuft als die Sonne, verspätet sich der Untergang von einem Tage zum andern, ebenso zu gewissen Zeiten bei den untern Planeten Merkur und Venus. Die bürgerliche Zeit des Sonnenunterganges, welche für viele Nationen den Anfangspunkt der Tageszählung bildete und noch bildet, ist abgesehen von der Abweichung der Sonne vom Aguator auch von der Zeitgleichung (s. d.) abhängig. lbrauerei &Bie