Unterweißenburg, siebenbürg. Komitat in Ungarn, 3576,30 Akm groß, an beiden Ufern der Maros, ist im obern Marosthale, sowie im Thale der Ompoly rauhes Gebirgsland, mit besonders interessanten Trachitbildungen (der Trachitberg Detonata Goala), im Unterlaufe der Flusse ist der Boden fruchtbar. Die Berge sind metallreich, der Bergbau uralt, 1(l8s0hb auf Gold und Silber. Die Bevölkerung (1880) beträgt 178021 Seelen, überwiegend Rumänen, die sog. Möczen(78,5 Proz.), ein kräftiger Menschenschlag voll roher Urwüchsigkeit, dann noch Magyaren (15,02 Proz.), (4,6 Proz.) u. a. Das Gebiet zeigt großen Reichtum an Überresten röm. Altertümer, in der Landeseschichte ist es bekannt durch wiederholte blutige Bauernaufstände, deren letzter im J. 1848 stattefunden hat. Hauptort ist +.. (s. d.). U. hat sechs Städte und acht Stuhlbezirke. Unterwelt. Die Idee von einer U. ist an zwei Vorstellungen geknüpft, an die von der Beschaffenheit der Welt und der Erde und an die von der Unsterblichkeit (s. d.). Für die kindlichen Annungen der ältern Menschheit ist die Erde der Mittelpunkt der ganzen Welt. Es lebt nur, was auf ihr atmet, und unter ihr ist dichte Finsternis; über ihr ist der Lichtraum, die natürliche Wohnung der Götter. Besonders ausgebildet und merkwürdig sind die Vorstellungen von der U. außer bei den Persern (s. Zoroaster) bei den Agyptern (s. Amenthes und Totenbuch) und bei den Griechen, in deren Vorstellungen von der U. mit der — — namentlich auch ägyptische eingedrungen sind. In der Ilias findet man die Vorstellung von der U. als einem finstern und unfruchtbaren weiten Raume, dem Reiche des Hades oder Pluton (s. d.) und der Persephone, in welchem die Schatten der Verstorbenen ein freudloses, schattenhaftes Dasein führen. Nach der Schilderung der Odyssee liegt eine Tagereise weit von der Insel Aäa, am westl. Ende des Weltstroms Okeanos, wo die Sonne untergeht, das dunkle, des Sonnenlichts beraubte Land der Kimmerier. Hier ist der Eingang in die U. oder den Hades, in welchem bie yriphlegethon und Kokytos, letzterer ein Ausfluß der Styx, der auch schon die Flias gedenkt, sich in den Acheron ergießen. Hier hausen die Seelen der alten Heroden (auch des Herakles) und Heroinen; hier sitzt nach Vorstellungen, wie sie wohl zum Teil unter ägypt. Einfluß, namentlich von den Orphikern ausgebildet wurden, Minos (s. d.) mit goldenem Scepter und spricht wie einst den Lebenden, so jetzt den Toten Recht, und werden diejenigen, welche gegen die Götter gefrevelt, wie Tityos, Tantalos und Sisyphos, von unendlichen Qualen gefoltert. Neben diesem düstern Bilde findet man aber frühzeitig, besonders bei Hesiod, auch ein heiteres, das vom Elysium (s. d.) oder dem Elysischen Gefilde und den Inseln der Seligen, die, ebenfalls am Ende der Erde, am Okeanos, gelegen, von den Heroden unter der Herrschaft des Kronos bewohnt werden. Im übrigen dachte man das Totenreich meist, wie auch schon in der Ilias, im Innern der Erde, und grauenvolle Gegenden, wo sich der Abgrund zu öffnen schien, oder dunkle Grotten wurden als Stelense desselben betrachtet. An mehrern solchen Stellen, wie am Acherusischen See in Thesprotien und auf dem Kap Tänaron im südl. Lakonien, bestanden auch Totenorakel (Nekromanteia, Psychopompeia), d. h. Stätten, an denen man die Seelen Verstorbener durch gewisse Ceremonien und Opfer hervorrufen und von Rach detgewöbniech erhalten zu können vermeinte. Nach der gewöhnlichsten Vorstellung, der auch die röm. Dichter folgen, war das Totenreich (lat. Orcus) rings von den Strömen der U., namentlich Styr (s. d.) und Acheron (s. d.) umflossen, über welche Charon (s. d.) die von Hermes hraecbes geleiteten Toten gegen Erlegung eines Fährgeldes (des Obolos, den man den Toten in den Mund steckte) hinüberfuhr. Am jenseitigen Ufer, wo Charon die Seelen aussetzte, lag in einer Höhle der schreckliche Cerberus (s. d.). Dann kam man auf einen Platz, wo das Totengericht abgehalten und entschieden wurde, welchen Weg die Seele wandeln sollte. Es teilte sich nämlich nun der Weg zum Elysium und zum Tartarus (s. d.), dem Ort der Strafe für die Verdammten. Unter diesen werden von den spätern Dichtern, außer den drei bereits erwähnten, besonders noch Irion und die Danaiden hervorgehoben. Diese mythischen Vorstellungen sind von den Philosophen, namentlich von Platon, auch zur Veranschaulichung ihrer Lehren von der Belohnung und Bestrafung im Jenseits benutzt und weiter gebildet worden, während andere, wie die Epikureer, gegen jene Mythen aufs entschiedenste polemisieren. Auch die Künstler haben die U. oftmals dargestellt. Am bedeutsamsten war das Gemälde des Polygnot (s. d.). Es gibt namentlich noch in einigen Vasenbildern griech. Darstellungen der U. und dazu kommen aus griech.⸗röm. Zeit solche in Reliefen und Wandgemälden.