FeedUrginée Steinhl.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Urginée Steinhl., Meerzwiebel, eine Gattung von Zwiebelgewächsen aus der Familie der Liliaceen, welche sich von der ihr zunächst verwandten Gattung Seilla durch eine vielsamige Kapsel und durch scheibenförmige, geflügelte Samen, von Orni⸗- thogalum durch die dem Grunde der Perigonblätter eingefügten Staubgefäße unterscheidet. Die abstehende Blütenhülle hat keinen Honigbehälter. An den sandigen Küsten des Mittelländischen und Atlantischen Meers und auch im Innern der Mediterranländer wächst die gemeine oder echte Meerzwiebel oder Squille (U. Scilla St., Seilla maritima L.), deren etwa 1 m hoher, stielrunder Schaft mit seiner reichen Traube weißlicher Blüten im Herbst sich nach dem Vertrocknen der im Frühjahr hervorgesprossenen Blätter entwickelt. etztere werden bis 30 em lang und bis 8 em breit. Die Zwiebel ist schuppig, sehr groß, bis zur Größe eines Kinderkopfes anwachsend und bis zu 2 kg schwer; ihre bitter und scharf schmeckenden Schuppen sind getrocknet als ein die Sekretionen, besonders der Nieren, beförderndes Heilmittel gebräuchlich. In der Deutschen Pharmakopöe sind folgende Präparate aufgenommen: Acetum Scillae (Meerzwiebelessig), Bulbus Scillae (Meerzwiebel), Extractum Seillae (Meerzwiebelextrakt), Oxymel Seillae (Meerzwiebelsäure-Honig) und Tinctura Scillae (Meerzwiebeltinktur). In größerer Gabe und im frischen Zustande wirkt die Meerzwiebel wie die scharfen Gifte. Man zieht die Meerzwiebel in Deutschland häufig in Blumentöpfen im Zimmer; doch blüht sie hier sehr selten. teryx (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 67Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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