FeedValckenger (Ludw. Kasp.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Valckenger (Ludw. Kasp.), holländ. Philolog, geb. 7. Juni 1715 zu Leeuwarden, widmete sich seit 1731 zu Franeker, dann zu Leiden außer der alten Litteratur zugleich den philos. und theol. Wissenschaften, erhielt 1740 das Konrektorat zu Kampen, wurde 1741 Professor der griech. Sprache zu Franeker und 1766 zu Leiden, wo er 14. März 1785 starb. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: die neue Bearbeitung von dem Werke des Ursinus, Virgilius cum scriptoribus Graecis collatusd (Leeuward. 1747); die trefflichen Ausgaben des griech. Grammatikers Ammonius (Leid. 1739; wiederholt, Lpz. 1822), der Phocuissaes (Franek. 1755; neue Ausg., Leid. 1797 und 1802; wiederholt, 2 Bde., Lpz. 1824) und des &Hippolytus o des Euripides (Leid. 1768; wiederholt, Lpz. 1823), nebst der &Diatribe in Euripidis perditorum dramatum reliquiaso (Leid. 1767; wiederholt, Lpz. 1824); ferner der „Briefer des Phalaris (Gröning. 1777; neue Ausg. von Schäfer, Lpz. 1823) und der „Idyllen» des Theokrit (Leid. 1779 und 1781; neue Prachtausg. von Schäfer, Lpz. 1810). Auch lieferte er einen reichen Schatz von Anmerkungen zur Ausgabe des Herodot von Wesseling und nach seinem Tode erschienen KCallimachi elegiarum fragmentas durch Luzac (Leid. 1799) und die scharfsinnige Abhandlung De Aristobulo Judaeos mit dem Epimetrum von Wesseling (Leid. 1806). Seine Reden sind unter dem Titel 4Orationes (Leid. 1784) zusammengestellt. Eine Sammlung seiner &Opuscula philologica critica, oratoria (2 Bde., Lpz. 1808) besorgte Erfurdt. Vgl. Bergmann, XMemoria L. C. Valckenarii (1874). Jan V., geb. um 1758, der Sohn des vorigen, erhielt nach beendigten Studien eine Professur der Rechte an der Universität zu Franeker. Sein litterarischer Ruhm und sein Eifer für die antioranische Partei verschafften ihm 1787 den Lehrstuhl der Rechte zu Utrecht; doch noch in demselben Jahre mußte er infolge der Rückkehr des Erbstatthalters Holland verlassen. Er ging nach Frankreich und gehörte zu den Abgeordneten, die 6. Febr. 1793 den Nationalkonvent zur Absendung eines Heers zum Beistande der holländ. Patrioten aufforderten. Als dies 1795 geschah, kehrte auch V. nach Holland zurück und erhielt nun die Professur des Staatsrechts. Anfang 1796 ging er als Gesandter nach Spanien, und nachdem er 1799 zurückgekehrt, erhielt er bald darauf eine neue außerordentliche Sendung nach Madrid, wo er bis 1801 blieb. Später verhandelte er mit der preuß. Regierung wegen Rückzahlung der österr. Anleihe, für die man Schlesien zur Hypothek gegeben hatte, aber ohne Erfolg. Als 1810 der König Ludwig den letzten Versuch machte, um die Vereinigung Hollands mit hmaen 2 zu verhindern, leitete V. die Verhandungen. Nach der Abdankung des Königs trat auch V. vom polit. Schauplatze ab und lebte teils in Amsterdam, teils auf dem Lande den Wissenschaften. Er war Mitglied des Niederländischen Instituts und starb zu Harlem 15. Jan. 1821.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 98Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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