Valeriana L., Pflanzengattung aus der Familie der Valerianaceen. Man kennt gegen 150 Arten, die größtenteils in der nördlichen gemäßigten Zone wachsen. Es sind meist krautartige, seltener strauchähnliche Gewächse mit gegenständigen ungeteilten oder fiederteiligen Blättern und kleinen in Trugdolden stehenden zwitterigen Blüten von weißer oder rötlicher Farbe. Die einzelnen Blüten besitzen eine verwachsenblätterige fünfteilige Blumenkrone, einen während der Blütezeit als undeutlichen Rand entwickelten oberständigen Kelch, der nach dem Abblühen einen federigen, der Frucht aufsitzenden Pappus bildet, drei Staubgefäße un einen Griffel, der an der Spitze seicht zwei⸗ bis dreispaltig ist. Die Frucht ist eine einsamige Achene. Die bekannteste Art ist der gemeine Baldrian, V. officinalis L., eine stattliche bis zu 155 m hoch werdende Pflanze mit hellroten Blütendolden und efiederten Blättern; sie wächst in Deutschland häufig auf waldigen Abhängen, an steinigen Flußufern, sowie auf feuchten Wiesen. Die ganze Pflanze, besonders aber der Wurzelstock hat einen widerlichen Geruch, den die Katzen sehr lieben, weshalb diese Art auch den Namen Katzenkraut trägt. Wegen des reichen Gehalts an Baldrianöl (s. d.) und Baldriansäure (s. d.) ist der Wurzelstock des Baldrian offizinell, unter dem Namen Radix Valerianae, man stellt daraus die Tinctura Valerianae her, außerdem benutzt man den durch Aufguß auf die zerschnittene Wurzel gewonnenen Baldrianthee vielfach als krampfstillendes und nervenstärkendes Mittel. Von andern Arten ist noch der sog. indische Spik oder die echte Narde, V. spica Vahl., aus Ostindien zu nennen, aus der im Altertum das Nardenöl gewonnen wurde. Auch einige südeurop. Arten, wie V. celtica L. u. a., werden als Narde bezeichnet und liefern ein dem Nardenöl ähnliches Produkt. (Vgl. Narde.)