FeedValesius (Heinr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Valesius (Heinr.), eigentlich de Valois, eln um die alte Litteratur verdienter franz. Gelehrter, geb. 10. Sept. 1603 zu Paris, lebte daselbst als Sachwalter, wurde 1660 königl. Historiograph und starb 7. Mai 1676. Seinen Ruf erwarb er sich zunächst dadurch, daß er die von Konstantinus Porphyrogennetus aus dem Polybius und andern griech. Historikern verfertigten Auszüge, von denen Peiresc eine Abschrift aus Cypern erhalten, zuerst unter dem Titel »Polybii excerpta (Par. 1634 48) bekannt machte. Später folgten seine geschätzten Ausgaben des Ammianus Marcellinus (Par. 1636; 2. verbesserte Ausg. von Hadrian Valesius, Par. 1681), der Historia ecclesiastican des Eusebius (Par. 1659 u. 1678), der Nachfolger des Eusebius (Par. 1668 u. 1673) und des Harpokration (Leid. 1683 u. 1695). Auch in der Kritik leistete er Erhebliches durch die Emendationum libri Vet de critica libri IIo (herausg. von Burmann, Amsterd. 1740). Sein Leben beschrieb sein Bruder Hadrian in «Henrici Valesii vita (Par. 1677); später erschienen die «Valesiana⸗ (Par. 1694). Sein jüngerer Bruder, Hadrian V., geb. 14. Jan. 1607 zu Paris, der seine gelehrte Bildun den Jesuiten verdankte und 2. Juli 1692 als königl. Historiograph in seiner Vaterstadt starb, hat einige histor. Werke verfaßt, die sich durch Fleiß, Genauigkeit und Korrektheit der Sprache auszeichnen, namentlich die Notitia Galliarum ordine litterarum digesta s (Par. 1676) und die 4Gesta veterum Francorumo (3 Bde., Par. 1646—58).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 106Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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