Vampyr oder Blattnase (Phyllostömidae) .1 eine aus 31 Gattungen und 60 Arten betehende Familie in Südamerika heimischer, insektenfressender und blutsaugender Fledermäuse, kenntlich durch die vorstehenden, upden und spitzen Eckzähne, einen doppelten blattartigen Aufsatz auf der Nase und die dickfleischige, vorn scharfwarzige Zunge. Besonders berüchtigt ist der blutsaugende Vampyr Ehyllostoma spectrum, Tafel: Handflügler, Fig. 4), der 15 em lang wird, 45 em in der Flügelweite mißt und sich durch den völligen Mangel des Schwanzes auszeichnet. Diese Tiere können dadurch, daß sie schlafenden Menschen und Säugetieren Blut aussaugen, allerdings beschwerlich werden. Von übeln Folgen ist indes ihr Biß nur bei kleinern Tieren durch Nachbluten und Entzündung der Wunde. „Vampyr (Wampir) ist die ursprünglich serbische, aber allgemein ublich gewordene Benennung solcher Verstorbener, die nach einem vorzüglich bei Slawen, Rumänen, Albanesen und Griechen verbreiteten Volksglauben nachts ihrem Grabe entsteigen, um Lebenden das Blut auszusaugen und dies so lange thun, bis man sie wieder ausgräbt und ihr Herz mit einem Pfahle durchbohrt, oder ihren Ropf abschlägt, oder sie verbrennt. Der Glaube an V., oder wie diese Gespenster sonst in den verschiedenen Sprachen heißen, herrschte und herrscht noch, unter mannigfachen Modifikationen. In den J. 1725 und 1732 entstanden in Ungarn und Serbien aufregende Gerüchte über vermeintliche V., welche zahlrenche Ausgrabungen von Leichnamen und sogar in Deutschland viele Schriften für und wider zur Folge hatten, worunter am bedeutendsten: Ranft, Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern, worin die wahre Beschaffenheit derer hungarischen V. und Blutsauger gezeigt werden» (Lpz. 1734).