FeedVanun Buren
ErdkundeBrockhaus 1882

Vanun Buren, s. Buren (Martin van). Väncos-Bodza, Dorf in Siebenbürgen, s. unter Bodza-Fluß. Vancouverinsel, brit. Insel Nordamerikas, zu Britisch-Columbia (s. d.) gehörig, von diesem im N. durch den Königin-Charlottesund, im O. durch die enge Dahne und den Georgiagolf, im S. vom Unionsterritorium Washington durch die Juan-de-Fucastraße getrennt, erstreckt sich in nordwestl. Richtung von 48 18“ bis 50° 55 nördl. Br. und hat einen Flächeninhalt von 33 670 a4km. Die Küsten sind vielfach fiordenartig zerrissen, besonders im Westen, wo der Nutkasund (ootka Sound) und der Albernikanal tief einschneiden, meist auch von steilen Felsen gebildet, an denen sich das Meer gewaltig bricht. Das Innere ist durchweg bergig und felsig, die Höhen sind steil und die Thäler eng und nicht lang. Bedeutend ist im Innern die Zahl der Seen, und auch Flüsse sind in Menge vorhanden, aber keiner derselben ist schiffbar. Das Klima ist im allgemeinen rauh, nebelig, sehr feucht, aber gesund. Heftige Winde sind gewöhnlich. Reich ist die Insel an herrlichen Waldungen von Laub⸗ und besonders von Nadelhölzern. Häufig sind Rotwild, Elke, auch Bären, Wölfe, Biber, Marder, Waschbären, Haselhühner, wilde Gänse und Enten. Einträglich ist die Fischerei längs der Seeküste, die namentlich Störe, Lachse und Heringe liefert. Gold findet sich an den Barren des Cowichan, Leech und anderer Flüsse. Die bedeutendsten Goldminen liegen am Sookeflusse im Süden. Von großer Wichtigkeit sind die Kohlenlager, dicht neben der Küste; das bei Nanaimo im N. der Stadt Victoria liefert schon bedeutende Mengen zur Ausfuhr nach San-Francisco. CEvenso sind große Lager von Eisenerzen und reiche Kupferadern, Spuren von Nickel und Graphit vorhanden. Die Bevölkerung besteht aus 10000 Indianern, deren Stämme unter dem Namen Wakash-Indianer zusammengefaßt werden, aus etwa 5000 europ. Ansiedlern und einer Anzahl Chinesen. Im ganzen zeigt sich die Insel für die Ansiedelung nicht sehr gunstig, da für eine stärkere Bevolkerung zu wenig anbaufähiger Boden vorhanden. Die Hauptstadt der Kolonie ist Victoria mit (1881) 5925 E., in einer schönen Ebene an der Südostkuste, östlich vom Sooke-Inlet gelegen. Dieselbe, 1849 gegründet, ist ein hervorragender Handelsplatz für Rauchwaren, Kohlen und Fische und bildet den einzigen Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse; mit San-Francisco besteht regelmäßige Dampfschiffverbindung, doch ist der Hafen nur klein und wegen Felsen und Sandbänken unsicher; der 3 km entfernte Hafen Esquimalt bietet dagegen auch den größten Schiffen hinreichenden Schutz, ist Station der engl. Kriegsschiffe und hat ein Marinehospital. Etwa 90 Em nördlich von Victoria liegt an der Ostküste Nanaimo, der Hauptort des Kohlenbezirks, mit 2803 E. Die Insel wurde 1774 vom span. Seefahrer Juan Francisco de la Bodega y Quadra entdeckt, 1792 von dem engl. Seemann George Vancouver (geb. um 1750, gest. 10. Mai 1798) umfahren und seitdem gewöhnlich Quadra-⸗Insel oder V. genannt. Im Oregonvertrage von 1846 verzichteten die Vereinigten Staaten auf ihre Besitzansprüche zu Gunsten Englands. Durch Schenkungsurkunde der Königin Victoria vom 13. Jan. 1849 ward sie der Hudsonsbai-Rompagnie provisorisch auf 10 Jahre abgetreten, um sie durch Ansiedelung von Auswanderern aus den brit. Besitzungen zu kolonisieren, 1859 aber zu einer Kolonie erhoben und 1866 mit Britisch-Columbia vereinigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 112Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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