FeedVarchi (Benedetto)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Varchi (Benedetto), ital. Schriftsteller, geb. 1502 zu Florenz, studierte in Padua und Pisa die Rechtswissenschaften, widmete sich aber später ganz den humanistischen Studien, wurde 1534 als Anhänger der Strozzi aus Florenz verbannt, lebte abwechselnd zu Venedig, Padua und Bologna, bis ihn Cosimus I. nach Florenz zurückberief und ihn beauftragte, die Geschichte seiner Vaterstadt zu schreiben. Als Belohnung für diese Arbeit erhielt die Propstei zu Montevarchi, starb aber 1565 in Florenz, vor Antritt seines neuen Amts. Seine zahlreichen Schriften sind längst vergessen, haben indes seiner Zeit großes Aufsehen erregt und sind vielfach gedruckt worden. Sein Hauptwerk: «Storia Fiorentina (Augsb. 1721 u. öfter; beste Ausg. von Milanesi, 3 Bde., Flor. 1857), ist formell und inhaltlich wertlos. Sein Ercolano, dialogo nel quale si ragiona delle lingue (Flor. 1570; beste Ausg., 2 Bde., Padua 1744) gab die erste Veranlassung zu den berüchtigten Streitigkeiten über den poetischen Wert von Dantes Gedicht und über die Benennung der ital. Sprache. Gesamtausgaben seiner Werke erschienen zu Mailand (7 Bde., 1804; 2 Bde., 1834), Triest (1859). Aus seinem Nachlaß gaben Aiazzi und Arbib «Lezioni sul Dante e Prose varies (2 Bde., Flor. 1841) heraus.“

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 118Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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