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GeschichteBrockhaus 1882

Vega (Garcilaso, eigentlich Garcias Laso de la), genannt der Fürst der span. Dichter, Nachfolger Boscans in der Nachbildung der ital. Lyriker und wirksamster Förderer der von diesem eingeschlagenen Richtung, wurde 1503 zu Toledo geboren. Sein Vater war Staatsrat Ferdinands des Katholischen und Gesandter desselben bei Alexander VI., seine Mutter, Donna Sancha Guzman, Erbin von Batres. Als Soldat in Karls V. Heere hielt sich V. längere Zeit in Italien auf, durchreiste dann einen Teil von eutschland und war 1529 unter den span. Kriegsvölkern, die zu dem kaiserl. Heere gegen die Türken stießen. In Wien wurde er in das Liebesabenteuer eines seiner Verwandten mit einer Hofdame verwickelt, was ihm eine kurze Gefangenschaft zuzog. In dem Feldzug gegen Tunis, 1535, verwundet, wurde er zu seiner Herstellung nach Neapel gebracht, übernahm aber schon 1536, als Karls V. Heer in Frankreich eindrang, wieder ein Kommando, siel jedoch bei der mutvollen Ersteigung der Mauern eines befestigten Außenwerks unweit Frejus, von einem Steinwurfe schwer am Kopfe verwundet, und starb 21 Tage danach in Nizza (20. Sept. 1536), Sein Leichnam wurde 1538 nach Toledo gebracht und in dem Familienbegräbnis der Bätres in der Peterskirche beigesetzt. V. hat sich in mehrern poetischen Formen versucht. In seinen Sonetten ist er Petrarcas Nachahmer, in seinen Canzonen traf er den eigentümlichen Charakter dieser ital. Dichtungsart weniger gut. Seinen Ruhm begründeten seine Schäfergedichte. Seine Werke erschienen zum ersten mal 1543, als Anhang zu Boscans Gedichten und später sehr oft, kommentiert von Herrera 1580. Die beste Ausgabe besorgte Azara (Madr. 1765 u. 1817). Neuerdings erschienen sie wieder im 32. Bande der »Biblioteca de autores espaüolesv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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