Weiller (Kajetan von), Pädagog, geb. 2. Aug. 1762 zu München, begann und vollendete daselbst 1773—83 seine wissenschaftliche Bildung und wurde 1785 zum Priester geweiht. Da er keine Anstellung finden konnte, gab er zunächst Privatunterricht. Im J. 1792 kam er als Lehrer der Mathematik, Geschichte und Religion an die Realschule zu München, anfangs ohne Gehalt, bis er 1799 Professor der praktischen Philosophie und Pädagogik und dann Rektor des Lyceums wurde; 1809 NPro. er auch noch das Rektorat des Gymnasiums, Progymnasiums und der Primärklassen, sodaß er nun Direktor aller Lehranstalten in München war. Die von ihm bekleidete Instruktorstelle bei dem Prinzen Karl von Bayern brachte ihm 1812 die Erhebung in den Adelsstand. In seinen pädagogischen und philos. Schriften drang er auf Entwickelung der Vernunft und ein rationelles Christentum. Im J. 1823 seiner Studiendirektion enthoben, wurde er zum Geheimrat, sodann zum Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften ernannt. Er starb zu München 23. Juni 1826. Unter seinen Schriften sind besonders zu erwähnen: Versuch eines Lehrgebäudes der Erziehungskundes (2 Bde., Münch. 1802—5), Anleitung zur freien Ansicht der Philosophies (Münch. 1804), „Ideen zur Geschichte der Entwickelung des religiösen Glaubenso (3 Bde., Münch. 1808—14), (Grundlegung der Psychologies (Münch. 1817), aüber die religiöse Aufgabe unserer Zeite (Münch. 1819), Kleine Schrifteno (3 Bde., Passau 1821 -26), «Der Geist des echten Katholizismus als Grundlage für jeden späterno (Sulzb. 1824); «Charakterschilderungen seelengroßer Männero (mit der Biographie W.s von einem seiner Schüler, Münch. 1827).