Veratrin, eine organische Base, welche neben einer andern Base, dem Jervin in dem Sabadill—⸗ samen (von Schoenecaulon officinale), in der weißen Nießwurzel (Radix Hellebori albi s. Veratri albi) und in mehrern andern Melanthaceen sich findet. Es erscheint als + krystallinisches Pulver oder aus Alkohol krystallisiert in rhombischen Prismen von scharfem, bitterm Geschmack und höchst Haege Eigenschaften. In geringster Menge in die Nase gebracht, erregt es das heftigste Niesen. Es löst sich fast nicht in Wasser, leicht in Alkohol und Äther. Bei 119 schmilzt es zu einer wachsähnlichen Masse. Konzentrierte Salpetersäure löst es mit gelblichroter, Schwefelsäure mit karminroter, Salzsäure mit violetter Farbe.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 164Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei