Leuchtstoffe sind diejenigen Materialien, deren man sich bedient, um an Stelle des fehlenden Sonnenlichts Licht zu verbreiten. Ihre Wirkung ist ausnahmslos darauf zurückzuführen, daß alle festen Körper die Eigenschaft besitzen, bei genügend hoher Erhitzung Licht auszustrahlen. So verschieden doch die Leuchtstoffe seien, so is die Lichterscheinung doch immer bedingt durch das Vorhandensein fester Körper, die durch irgend eine Ursache (durch Verbrennung, durch Berührung mit unter starker Wärmeentwickelung verbrennenden Gasen, durch elektrische Ströme) zum starken Glühen erhitzt werden. Dabei können die leuchtenden Körper selbst an der Verbrennung teilnehmen und, während sie verbrannt werden, zur Abscheidung neuer Mengen von leuchtenden Stoffen Veranlassung werden, so beim Verbrennen von Kerzen, Olen, Leuchtgas (pgl. Flamme)/, oder sie können selbst unverbrannt bleiben, so bei dem Kalklicht, Drummondlicht, Platinlicht, Edisons Glühlampe. n allgemeinster Verwendung 1 die L., welche durch die bei ihrer eigenen erbrennung sich vollziehenden Prozesse Licht verbreiten. Das Maximum der Lichtentwickelung ist dabei einerseits von der Beschaffenheit des verbrennenden Materials, dann andererseits und in noch höherm Grade von der Einrichtung der die Verbrennung vermittelnden Vorrichtung bedingt. Eine gleiche Menge von gutem Rüböl, welche einmal in einer Lampe mit einfachem, rundem Docht und dann in einer Argandlampe verbrannt wird, liefert eine sehr verschiedene Menge von Licht, und auf ganz gleiche Weise verhalten sich alle L. ohne Ausnahme. Es ist daher Aufgabe der Technik, für jedes einzelne Leuchtmaterial die Bedingungen zu ermitteln, unter welchen sein günstigster Effekt erzielt wird, und für jedes einzelne solche Vorrichtungen zu schaffen, die diesen Bedingungen am besten entsprechen. (Vgl. Beleuchtung und Beleuchtungsapparate, Bd. II, S. 712fg., und Lampen, Bd. X, S. 769 fg.)