Verdichtung nennt man die Verringerung des Volumens der Körper ohne Massenveränderung, die, wenn sie auf mechan. Wege durch den Druck äußerer Kräfte bewirkt wird, den Namen Kompression führt. V. durch Kälte heißt gewöhnlich Zusammenziehung oder Kontraktion, insbesondere aber Kondensation (s. d.), wenn Gase oder Dämpfe durch Zusammendrückung, oder durch Entziehung der Wärme, oder durch beide in den Zustand tropfbarer Flüssigkeiten zurückgeführt werden. Durch Druck allein, ohne gleichzeitige Abkühlung, lassen sich die Dämpfe und Gase bei gewissen Temperaturen nicht zur tropfbaren Flüssigkeit kondensieren. So z. B. läßt sich die Kohlensäure oberhalb 31C. durch Kompression allein nicht kondensieren, sondern es muß auch die Abkühlung mithelfen. Oberhalb 31. C. verhält sich also die Kohlensäure wie die ehemals als permanent angenommenen Gase. Die Temperatur, oberhalb welcher Dämpfe und Gase, durch bloße Zusammenpressung, d. i. ohne Abkühlung sich nicht kondensieren lassen, nennt man nach Andrews (1869) kritische Temperatur oder kritischen Punkt. Dieser liegt am Thermometer um so tiefer, je schwieriger sich der gasförmige Körper kondensieren läßt, und umgekehrt.