FeedVetschan (wend. Wétosow)
ErdkundeBrockhaus 1882

Vetschan (wend. Wétosow), Stadt in der preuß. Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. Frankfurt a. O., Kreis Kalau, an der Luckaitze, einem linken Zufluß der Spree, Station der Linié Berlin-Görlitz der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1885) 2673 überwiegend evang. E. und hat eine deutsche und eine wendische Kirche, starke Schuhmacherei, zwei Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, zwei Sackleinwandfabriken, eine Jute⸗ und Flachsspinnerei, eine Dampfschneidemühle, sowie sehr besuchte Viehmärkte. Das dabeigelegene Rittergut Schloß-Vetschau hat 180 E. B. ist Ein⸗, beziehungsweise Austrittsstation für Besucher des Spreewaldes. Better bezeichnet zuvörderst in der Blutsverwandtschaft den Oheim (des Vaters oder der Mutter Bruder), aber auch umgekehrt den Neffen; ferner die Geschwisterkinder (Cousin); weibliche Verwandte dieser Art heißen Muhme oder Base (resp. Cousine). Man pflegt sogar alle entferntern Verwandten, gleichviel ob Blutsverwandte, V. zu nennen. Die zu Lehnen, Fideikommissen und Stammgütern folgeberechtigten Seitenverwandten (Kollateralen) heißen Geschlechtsvettern. Endlich geben die christl. Fürsten einander im Deutschen den Namen V. (frz. Cousin).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 241Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6