Vibrionen hat man mikroskopische, meist fadenförmige Gebilde genannt, die zu den Spaltpilzen gehören und in unzähligen Mengen in allen faulenden Geweben auftreten. Je nach der Gestalt dieser Fädchen, die bald gerade, bald korkzieherartig gewunden sind, hat man eine Menge von Gattungen unterschieden, die alle eine zitternde oder schraubenartige Bewegung haben. Sie pflanzen sich durch außerordentlich kleine, an der Grenze unserer mikroskopischen Vergrößerungen stehende Keimkörner fort und werden, trocken, von dem geringsten Luftzuge emporgehoben und weitergeführt, sodaß sie einen konstanten Bestandteil der Sonnenstäubchen bilden. Die eigentlichen V., sowie die Bacterien, Spirillen u. s. w. spielen eine bedeutende Rolle im Haushalt der Natur, indem sie nicht nur in toten, sondern auch in lebenden Geweben und Flüssigkeiten als Erreger von Verwesung, Fäulnis und dadurch von Krankheiten wirken. Von vielen Krankheiten, wie Milzbrand, Hungertyphus, Tuberkulose und den meisten andern Infektionskrankheiten ist es jetzt nachgewiesen, daß sie durch Einführung solcher Spaltpilze in das Blut erzeugt werden. (S. Mikroben, Spaltpilze.)