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ReligionBrockhaus 1882

Vice⸗, s. Vize⸗. Vieelinus (Wizelin), Apostel der Wagerwenden, gegen Ende des 11. Jahrh. zu Hameln an der Weser, erhielt namentlich in Paderborn seine Ausbildung, wurde hier und später in Bremen Lehrer und begab sich dann für drei Jahre nach Frankreich, wo er zum Priester geweiht wurde. Nach Deutschland zurückgekehrt, beschloß er, sich der Christianisierung der Wenden zu widmen. Zunächst als Pfarrer zu Wippendorf an der wend. Grenze und dann besonders vom Siegeberg aus, wo Kaiser Lothar 1134 eine reich beschenkte Klosterkirche unter der Aufsicht V.' gegründet hatte, entwickelte er eine rastlose Thätigkeit. Unter vielfachen Anfechtungen und Schwierigkeiten rief er eine Reihe von Kirchen, sog. Vizelinskirchen, ins Leben, von denen sich etwa noch 20 erhalten haben, rüstete sie aus und versah sie mit Priestern. Im J. 1149 wurde er Bischof von Aldenburg (jetzt Oldenburg in Holstein) mit dem Kirchensprengel Wagrien und starb als solcher 12. Dez. 1154 in Faldera. Vgl. Haupt, „Die Vizelinskirchen (Kiel 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 246Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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