FeedVilain XIIII (veertien)
GeschichteBrockhaus 1882

Vilain XIIII (veertien), Name einer alten belg. (flandr.) Familie, deren Mitglieder von der Kaiserin Maria Theresia 1785 zu Vicomten erhoben worden sind; die Ziffer XIIII(vläm. veertien) beruht auf einem Rebus des Wappens, das dieselbe innerhalb eines Hopfenkranzes darstellt und der Devise verdien in hoffnung (vläm. hop) zum Ausdruck dienen soll; daß sie von Ludwig XIVT. herrühre, ist durchaus fabelhaft. Karl Ghislain Wilhelm, Vicomte Vilain XIIII, geb. zu Brüssel 15. Mai 1803, wurde nach der belg. Revolution 1830 vom Bezirk Tongern-Maestricht in den Nationalkongreß berufen. Seitdem war er lange Zeit in liberal-kath. Sinne Mitglied der Zweiten Kammer (1831—36, 1839—1870), die ihn mehrmals zu ihrem Vizepräsidenten und zuletzt zu ihrem Präsidenten ernannte, ferner Gesandter beim päpstlichen und bei den übrigen ital. Höfen (1832—34 und 1835—39) und eine Zeit lang (1835). Gouverneur der Provinz Ostflandern. Von 1855 bis 1857 war er im liberal-kath. Kabinett de Decker Minister des Außern. V. zog sich 1870 vom öffentlichen Leben zurück und starb auf seinem Schloß Leuth 16. Nov. 1878. Philipp Louis Marie Ghislain, Graf VB. XIIII, Vater des vorigen, geb. zu Gent 7. Dez. 1778, unter Napoleon J. Maire der Stadt Gent, während der niederländ. Herrschaft Kammerherr Wilhelms I. und bis 1829 Mitglied der Zweiten Kammer, wo er stets in der Opposition stand, wurde nach der belg. Revolution in den Nationalkongreß gewählt, wo er jedoch nur wenige Wochen saß, 1831 Mitglied des Senats und Vizepräsident dieser Versammlung, welche Stellung er bis 1851 behielt. Er starb zu Brüssel 27. April 1856. Karl Hippolyte, Vicomte V. XIIII, Vetter des vorigen, geb. zu Paris 7. Mai 1785, war nach der belg. Revolution Mitglied des Nationalkongresses und als solches der Deputation beigeordnet, die dem Prinzen von Coburg die Krone anzubieten und später das Ernennungsdekret zu überreichen hatte; von 1831 bis 1839 Mitglied der Zweiten Kammer und von 1840 bis 1848 Ministerresident bei den Höfen von Turin, Parma und Florenz. Er starb zu Brüssel w19. März 1873.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 264Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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