Vindex (Gajus Julius), ein Gallier aus einem aquitanischen Fürstengeschlecht, der aber nicht bloß das röm. Bürgerrecht, sondern auch in vollem Maße die röm. Civilisation besaß, empörte sich als Statthalter der gallischen Provinzen, deren Hauptstadt das heutige Lyon war (von Gallia Lugdunensis), gegen Nero, indem er die Statthalter der angrenzenden Provinzen, namentlich Galba (s. d.). in Spanien und Verginius Rufus in Obergermanien, einlud, das Gleiche zu thun. Der erstere, der nachmalige Kaiser, that es, der letztere aber zog gegen V. zu Felde, um den sich indessen eine große, aber im allgemeinen schlecht bewaffnete und eingeübte Truppenmacht gesammelt hatte. Zwar kam es zu Unterhandlungen zwischen den Führern, aber trotzdem wurde zwischen beiden Heeren eine Schlacht geschlagen, in der viele Tausend Gallier fielen, worauf V. sich selbst den Tod gab. Nach Dio und Plutarch kämpften die Heere ohne oder wider den Willen der Führer. Es wird bisweilen behauptet, daß V. nicht sowohl die Befreiung des röm. Reichs von dem Kaisertum, als vielmehr die Galliens unter seiner Herrschaft von Rom erstrebt habe; doch ist dies wohl schwerlich richtig. Vgl. Schiller, „Geschichte des röm. Kaiserreichs unter Nerov (Berl. 1872), und im «Hermesv (Bd. 15 und Mommsen (lebend., Bd. 13 u. 16).