Viterbo, Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks in der ital. Provinz Rom, auf der Straße von Florenz, 66,5 Km im NNW. von Rom, malerisch am Fuße eines ausgebrannten Vulkans, des waldreichen Monte-Cimino, im Thale des Arnione, 369 m über dem Meere gelegen und gut gebaut, Station der Bahn Attigliano⸗-V., von Mauern mit Türmen umgeben, die Stadt der zierlichen Brunnen und schönen Mädchen genannt, ist Sitz eines Bischofs, hat eine Kathedrale (San-Lorenzo) aus dem 12. Jahrh. mit den Grabmälern der Päpste Johann XXI., Alexander IV. und Clemens IV., mehrere Paläste, darunter den bischöflichen, wo 1271 Papst Gregor X., 1276 Johann XXI. und 1281 Martin IV. gewählt wurde, schöne Springbrunnen, darunter die Fontana della Rocca von Vignola aus dem J. 1566, Schwefelraffinerien und zählt (1881) 17347 (Gemeinde 19941) E. In der got. Kirche San-Francesco befindet sich das Grabmal Papst Hadrians V.; Sta.⸗Maria della Verita hat ein Fresko von Lorenzo da V. aus 1469, die Vermählung der Jungfrau. Vor dem Palazzo Pubblico befindet sich ein altröm. Sarkophag mit Inschrift (1138) zur Erinnerung an die schöne Galiana, um welche einst Krieg zwischen Rom und V. entbrannte. Das Museo Municipale enthält Gemälde, etruskische und röm. Altertümer. Vor Porta Fiorentina befindet sich der Giardino Pubblico und gegen 2 km weiter das ehemalige Dominikanerkloster Madonna della Quercia mit schönen Höfen; noch 2 km weiter liegt das Städtchen Bagnaia mit der von Vignola erbauten Villa Lante; 4 km von V. liegen die berühmten warmen Schwefelbäder von V., deren Etablissement 30 Marmorwannen, Douchen u. s. w. hat. Die schon im Altertum berühmten Quellen, Aquae Cajae, sind die schwefelhaltige la Croce (51²), die eisenhaltige la Grotta (495), der kalk- und schwefelhaltige Bulicame (60 ), der in einem vulkanischen Kegel einen förmlichen See bildet. Im Bezirk finden sich viele etrurische Altertümer. Von größter Wichtigkeit sind die aufgedeckten etrusk. Grabstätten von Castel d'Asso und von Bieda (Blera), ferner bei Toscanella u. s. w. V., mittellat. Viterbium und Biterrum, kam 288 durch Schenkung Karls d. Gr. an den Heiligen Stuhl. Im Olt. 1234 erlitten die V. angreifenden Römer vor dieser Stadt eine Niederlage durch die meist deutschen Truppen Kaiser Friedrichs II. Am 29. Febr. 1240 ergab sich V. diesem Kaiser, fiel jedoch 1243 von ihm ab und vereitelte den Versuch desselben, sich durch eine Belagerung wieder in den Besitz dieses Platzes zu setzen. Vgl. Ciampi, Cronache e statuti della eittà di V.o (Flor. 1872).