Vitez von Zredna (Joh.), ungar. Staatsmann und Kardinal, geb. um 1408, seit 1445 Bischof von Großwardein, spielte in der polit. Geschichte Ungarns eine große Rolle. Im J. 1447 sandte ihn Hunyady nach Wien und 1451 zu Georg Brankovich, um Frieden zu schließen, und diese letztere Mission war auch von Erfolg. Im J. 1452 war er von neuem in Wien, um die Herausgabe des zum König gewählten, aber von Kaiser Friedrich III. zurückgehaltenen Ladislaus V. zu erwirken. Als dieser w1457 Ladislaus Hunyady hinrichten ließ und die Partei der Hunyaden verfolgte, wurde auch V. gefangen, aber noch in demselben Jahre freinach Nach dem Tode des Königs (1458) ging . nach Prag, um den jungen Matthias Hunyady abzuholen, und 1463 im Auftrage des Königs Matthias zu Kaiser Laen um denselben zur Herausgabe der heiligen ungar. Krone zu bewegen. Beide Missionen waren von Erfolg, und Matthias belohnte V. Dienste 1465 mit dem graner Erzbistum. Die Strenge des Königs, der für Kriegszwecke auch die Prälaten besteuerte, entfremdete ihm V., der mit andern Unzufriedenen den Polenkönig Kasimir ins Land rief. Matthias mußte mit V. unterhandeln, ließ ihn aber nach Abschluß des Friedens 1472 gefangen nehmen und in Visegrad einsperren. V. erhielt zwar auf die Fürbitte der Stände bald seine Freiheit, starb aber schon 9. Aug. 1472. V. war ein großer Freund klassischer Studien und einer der bedeutendsten Förderer der Renaissance in Ungarn. Sein Leben schrieb Wilh. Fraknöi (Pest 1879).