FeedVogelherd
TierreichBrockhaus 1882

Vogelherd, ein in der Regel etwas erhöhter rechteckiger Platz, der zum Fang von Krammetsvögeln mit Wacholderreißig und Beeren, für Stare mit Regenwürmern und Ameiseneiern, für Lerchen mit Fruchtkörnern, für Tauben mit einer Salzlecke bedeckt wird. Der Fang erfolgt durch ein Schlagnetz, das der in einer Hütte befindliche Vogelsteller durch einen Ruck an der Zugleine über den Herd zieht, sobald die Vögel darauf eingefallen sind. Voögelin (Ernst), ausgezeichneter Buchdrucker in Leipzig, welcher durch seine Leistungen in der Typographie alle seine deutschen Zeitgenossen übertraf. Er war in Konstanz 1528 geboren, studierte in Leipzig um 1550, wurde 1554 Magister und 1555 Licentiat der Theologie. Seine 1557 erfolgte Verheiratung mit der Tochter des leipziger Buchdruckers Balentin Papa gab ihm Verantapung, die Studien aufzugeben und sich ganz der Typographie zu widmen. Seine Werke sind geschmackvoll und korrekt, und man bezeichnete ihn daher oft als den deutschen Aldus. Wie sehr er dieses Lob verdiente, beweisen z. B. sein Isokrates (1567) und «Aphthonii progymnasmatas, herausg. von Camerarius (1570). Er besaß auch eine Buchhandlung und starb 1590 in Heidelberg, wohin er sich 1578 geflüchtet hatte, weil er bei seiner Teilnahme an den kryptocalvinistischen Streitigkeiten in Leipzig Einkerkerung befürchtete. Sein Geschäft wurde von seinen Söhnen Gotthard, Philipp und Valentin fortgesetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 309Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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