FeedVogellausfliege
TierreichBrockhaus 1882

Vogellausfliege, s. unter Lausfliegen. Bogelleim, auch Fliegenleim, heißt eine stark klebende, zähe, schleimige, nicht eintrocknende Masse, deren man sich zum Bestreichen der sogenannten, beim Vogelfang gebräuchlichen Leimruten, zum Fliegenfangen und andern Zwecken bedient. Diese Masse wird auf verschiedene Weise dargestellt. Der echte V. ist ein Produkt der Mistelpflanze. (S. Viscum.) Alle Teile dieses Schmarotzerstrauchs, besonders aber die weißen Beeren enthalten einen wasserhellen, sehr zähen und klebrigen Stoff, das seiner chem. Beschaffenheit nach dem Kautschuk nahe verwandte Visein. Dasselbe wird durch Auspressen der Beeren unter reichlichem Zusatz von Wasser ausgeschieden und stellt dann eine weiße, undurchsichtige, zähtlebrige Masse, den V., dar. Eine andere Sorte von V. wird auf eine weit kompliziertere Weise aus der Rinde der Stechpalme (Iex Aquifolium L.) gewonnen. Diese Sorte besteht aus einer graugrünen, stark klebenden Masse von schwachsaurem Geruch. Künstliche Vogelleimsorten werden aus einer Mischung von fettem Ol und Harz (Kolophonium, Fichtenharz und Rüböl) oder aus gekochtem Tischlerleim und Chlorzinklösung dargestellt; diese haben aber den Übelstand, verhältnismäßig rasch einzutrocknen und dann unwirksam zu werden. [laria.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 309Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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