FeedBlutlaus (Schizoneura lanigéra)
TierreichBrockhaus 1882

Blutlaus (Schizoneura lanigéra), eine Blattlaus (ss. d.), die sich aber durch den Mangel der Saftröhren, die sechsgliederigen, in der Mitte schraubenförmig geringelten Fühler und die stärker gerippten Flügel von den eigentlichen Blattläusen unterscheidet. Die Tiere bedecken sich mit weißwolligem laum, der aus feingesponnenen Wachsfäden beteht und durch seine fettige Natur jede Benetzung mit Flüssigkeiten hindert. Die ungeflügelten Weibchen Hen jung honiggelb, alt bräunlich-⸗rot, die geflage ten vorn schwarz, der Hinterleib chokoladenbraun. Beim Zerdrücken lassen die Tiere einen blutroten Fleck; daher der Name. Der weißwollige Überzug läßt die Kolonien von weitem erkennen. Der Stich verursacht krebshafte Entartung und e uibe Die B. soll aus Amerika eingeführt sein; ie ist besonders den feinen Apfelsorten sehr gefährlich und hat in der Normandie, in England, den Rheingegenden, in Württemberg und neuerbings bei Genf großen Schaden, namentlich an den Zwergbäumen und in den Baumschulen angerichtet. Nachdrückliches Abbürsten mit steifen, in Kalkmilch getauchten Bürsten, welche die Tiere zerdrücken, ist das einzige Mittel, das radikal hilft, aber sehr häufig wiederholt werden muß. Auch kann man die grünen Schossen, die von ihnen vorzugsweise befallen werden, abschneiden und verbrennen. Da die Wintereier an den Wurzelkopf der Stämme in das Moos oder die Erde gelegt werden, so kann man im Frühjahre durch sorgfältig angelegte Teerringe die am Stamme aufsteigenden Jungen fangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 214Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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