FeedVolkmann (Rob.)
MusikBrockhaus 1882

Volkmann (Rob.), deutscher Komponist, geb. 6. April 1815 zu Lommatzsch in Sachsen, erhielt von seinem Vater, der Kantor war, den ersten Musikunterricht, versuchte sich auch frühzeitig in der Komposition und kam dann auf das Gymnasium und das Seminar zu Freiberg. Er ging 1836 nach Leipzig, um Pädagogik und Musik zu studieren, wandte sich aber alsbald ganz der Kunst zu. V. machte unter C. F. Beckers Leitung kontrapunktische lübungen und wurde in seiner musikalischen Richtung ein Gesinnungsgenosse Schumanns. Er veröffentlichte zuerst 1839 sechs Klavierstücke als «Phantasiestücke o. Im Herbst 1839 wurde er Musiklehrer in Prag, 1842 ging er nach Ungarn, 1854 nach Wien, kehrte aber 1858 nach Pest zurück, wo er 29. Okt. 1883 starb. Unter seinen Werken befinden sich zwei Symphonien (von denen die in D.moll am bekanntesten geworden ist) und zwei Duverturen (zum Jubiläum des pester Konservatoriums und zu Shakespeares «Richard III. 5), drei Serenaden für Streichorchester, ein Konzert für Klavier und eins für Violoncello, mehrere größere Gesangwerke mit Orchester, sechs Streichquartette und zwei Klaviertrios, eine Sonate, ein größeres Variationswerk und viele kleinere Stücke für Klavier allein, ein⸗ und mehrstimmige Lieder, Messen für Männerstimmen u. s. w. In seinen Vokalstücken offenbart er die Mängel seiner Bildung und Richtung, aber in den instrumentalen Kompositionen bekundet er sich als ein bedeutendes Talent.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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