Vondel (Joost van den), der größte niederländ. Dichter, geb. zu Köln 17. Nov. 1587, kam als Kind mit seinen Eltern, welche Wiedertäufer waren, nach Amsterdam, wo er einen Strumpfhandel errichtete, wäter aber (1658) eine Stelle am Leihhause annehmen mußte. Im J. 1639 trat er zur kath. Kirche über. Er starb 5. Febr. 1679. Seine Werke zeugen von Genie und einer hohen, edeln Phantasie und haben auf Opitz und besonders A. Gryphius einen großen Einfluß ausgeübt. Dieselben bestehen teils in metrischen üÜbersetzungen der Psalmen, Virgils und Ovids, teils in Satiren und Tragödien und erschienen gesammelt zu Franeker 1683 (9 Bde.). Unter den letztern gilt Gijsbrecht von Aemstele (deutsch von de Wilde, Lpz. 1867), die zuerst 3. Jan. 1638 aufgeführt wurde und seitdem alljährlich um dieselbe Zeit gegeben wird, für die vorzüglichste, wiewohl sie als Gedicht weit von dem „Lucifero (deutsch von Grimmelt, Münst. 1868) überragt wird. Daneben werden noch Palamedess, Joseph in Dothand und De Leeuwendalerso am meisten geschätzt. Die vollständigste Ausgabe seiner Werke hat Jan van Lennep (7 Bde., Amsterd. 1850—61) veranstaltet. Seine „Gedichtes wurden von Grimmelt und Jansen ins Deutsche übersetzt (Münst. 1873). Neuerdings (18. Okt. 1867) wurde V. zu Amsterdam ein Standbild errichtet. Biographien des Dichters verfaßten Camper (Leid. 1818), Zeemann (Amsterd. 1831), Baumgartner (Freiburg 1882) und mehrere andere.