Waguer Gicard Sängerin und Schauspielerin, Nichte Richard W.s, geb. 13. Okt. 1828 bei Hannover als Tochter des Regisseurs Albert W. (geb. 1799, gest. 1874), erschien schon 1833 in Würzburg in Ifflands «Spielerno auf der Bühne, die sie in einer großen Rolle 1843 in Ballenstedt betrat. Nach einem Engagement am Hoftheater zu Bernburg wurde sie 1844 als Sängerin an der Hofbühne zu Dresden engagiert, wo die Schröder-Devrient eingreifenden Einfluß auf ihre Entwickelung ausübte. Im J. 1846 ging sie nach Paris, um bei Garcia Gesangsunterricht zu nehmen, wurde 18⁴9 Mitglied des hamburger Theaters, 1850 des Hoftheaters in Berlin, wo sie 1853 zur Kammersängerin ernannt wurde. Neben den Opern Glucks und R. Wagners waren es hauptsächlich die Meyerbeers, in denen sie Ausgezeichnetes leistete. Nach ihrer Verheiratung mit dem preuß. Landrat Jachmann (1859) verließ sie 1862 die Opernbühne, wurde Mitglied des königl. Schauspielhauses und 1872 pensioniert. Sie lebt seitdem in München. Als Schauspielerin wirkte sie namentlich in großen tragischen Rollen hinreißend.