FeedWaldbrand
Sport & SpielBrockhaus 1882

Waldbrand nennt man sowohl das Brennen der Bodendecke (trockenes Gras, Moos, Laub, Heide u. dgl.) als auch das der Bäume. Ersteres, das Lauffeuer oder Bodenfeuer, geht rasch über den Boden fort; letzteres, das Wipfelfeuer, greift die Bäume selbst an, verbreitet sich durch die Kronen derselben und wird in Nadelholzwäldern oft sehr gefährlich. Selten verbrennen die Bäume, aber sie werden sofort getötet oder in ihren Lebensfunktionen so gestört, daß sie absterben. Vorbeugend macht man in Nadelholzforsten gerade, 10 bis 20 mbreite Aufhauungen, Feuergestelle, begrenzt dieselben gern mit Laubhölzern; längs der Eisenbahnen läßt man mehr oder weniger breite Schutzstreifen unangebaut oder bringt sie mit Laubhölzern in Bestand; wesentlich ist dabei das Reinhalten dieser Streifen von gefährlicher Bodendecke. Von höchster Bedeutung zur Verminderung der Gefahr ist eine gute Forsteinrichtung, welche dafür sorgt, daß nicht zu große, gleichalterige Bestandkomplexe erzogen werden, sondern ein entsprechender Wechsel der Altersklassen stattfindet. Lauffeuer werden gelöscht, indem man die Bodendecken in 3—4 m breiten Streifen wegräumen und an denselben das Feuer mit Zweigen ausschlagen läßt. Wipfelfeuer kann man nur durch Aufhauen hinlänglich breiter Bestandstreifen bekämpfen. In verzweifelten Fällen sucht man wohl auch durch sog. Gegenfeuer dem Brande zu begegnen, indem man in der Gegend, wohin das Feuer durch den Wind getrieben wird, die Bodendecke u. s. w. schnell durch Anzünden vieler Feuer zerstören läßt, um so dem W. die Nahrung zum weitern Umsichgreifen zu entziehen. Waldbrände entstehen durch Blitz, Bosheit oder Nachlässigkeit, namentlich durch Fahrlässigkeit beim Cigarrenrauchen u. dgl., in neuester Zeit sehr oft durch den Eisenbahnbetrieb. Torfboden brennt oft im Innern. Man nennt dies Erdfeuer, welches nur durch Umziehen mit bis zur Sohle gestochenen Gräben bekämpft werden kann.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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