FeedWaldmüller (Ferd. Georg)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Waldmüller (Ferd. Georg), vorzüglicher Genremaler, geb. zu Wien 14. Jan. 1793, beschäftigte sich in seiner Jugend mit Blumenmalen und Kolorieren von Kupferstichen, wurde dann Schüler von Maurer und Lampi und widmete sich später der Miniaturmalerei von Bildnissen, namentlich malte er in Pest viele ungar. Magnaten, darunter den Grafen Gyulai, Banus von Kroatien, der ihn als Zeichenlehrer seiner Kinder nach Agram nahm. Nach Wien zurückgekehrt, kopierte er alte Gemälde, auch fertigte er damals das Bildnis des Kaisers Franz. Von dem Studium der Alten war sein übergang zum volks-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. tümlichen realistischen Genre ein gewaltiger Sprung, doch gelangte W. dadurch in seine natürliche Rich tung. Schon sein erstes Bild: Türk. Pfeifenhändler im Kaffeehause (1820), hatte einen entschiedenen Erfolg. Nachdem W. noch eine kleine Reise durch Italien und Deutschland unternommen hatte, blieb er ständig in Wien. Unter seinen Bildern sind hervorzuheben: das Kind lernt gehen, ein Rabbiner unterrichtet ein Mädchen, tiroler Bauernfamilie, reisende Bettlerfamilie, Rückkehr des Landmanns von der Arbeit, die Dorfschule, der erste Ausgang des Rekonvalescenten, niederösterr. Bauernhochzeit, Ende der Schule, Heimkehr von der Ernte, kindlicher Schmerz, kindliche Andacht, die Johannisandacht, der Konskribierte für die Schule. Seine Glanzperiode fällt in die J. 1830—50. W. war während dieser Zeit auch Custos an der gräfl. Lambergschen Galerie; da er aber, selbst in Schriften, sich oft herb gegen alle Pedanterie der Akademien ausgesprochen hatte, verlor er diese Stelle. W. starb in Wien 23. Aug. 1865.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 401Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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