Waldohreule (Otus vulgaris, Tafel: Raubvögel II, Fig. 65), ein 35 em langer, 97 em klafternder, mit langen Federohren versehener Nachtraubvogel, dessen Gefieder eine trüb rotgelbe, oben dunklere Grundfarbe hat und mit braunen Punkten, Flecken, Querwellen und Bändern auf das mannigfachste gezeichnet ist. Der Vogel ist häufig in allen Waldgegenden Europas und Asiens diesseit des Himalaja bis nach dem nördlichen Japan. Er lebt hauptsächlich von Mäusen, und wenn er auch manchmal einen Vogel fängt, so überwiegt sein Nutzen doch weit seinen Schaden und verdient er die größte Schonung. Das Weibchen legt im März vier runde, weiße Eier in verlassene Nester anderer Raubvögel, der Krähen und Eichhörnchen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 401Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei