Walhalla, in Bayern, eins der bedeutsamsten, gediegensten und vollendetsten Bauwerke der neuern Zeit, ist eine Schöpfung des Königs Ludwig I. von Bayern, der noch als Kronprinz den Gedanken dazu gefaßt hatte. Mit Hilfe der Kunst wollte er dem deutschen Ruhme und der deutschen Größe ein dauerndes Denkmal gründen. Im J. 1816 erhielt Leo von Klenze (s. d.) den Auftrag, Entwürfe anzufertigen, 1821 wurde dessen Plan genehmigt. Doch erst 18. Okt. 1830 erfolgte die Grundsteinlegung in Gegenwart des Stifters; die Einweihung fand 18. Okt. 1842 statt. Die W. erhebt sich bei Donaustauf unweit Regensburg auf der eichenumkränzten Höhe des Braubergs, 98 m hoch über der Donau, die am Fuße der Anhöhe vorbeifließt, und von wo aus auf cyklopischem Mauerwerk ruhende Marmortreppen bis zu den mächtigen, terrassenförmig aufgebauten Substruktionen des grandiosen Tempels emporsteigen. Der ganze Bau ist dem Parthenon zu Athen nachgebildet, hat eine Länge von 138, eine Breite von 91 und eine Höhe von über 60 m; der Tempel selbst ist, bei einer Länge von 75 und bei einer Breite von 35 m, 21 m hoch. Ihn umgeben 56 kannelierte dor. Säulen von rötlichweißem Marmor, der zu dem äußern Bau durchweg verwendet ist. Nach den Angaben des Königs und den Skizzen von Rauch und Schwanthaler, von dem letztern, sowie unter dessen Leitung in Marmor ausgeführt, stehen im Tympanon des Vordergiebels 15 symbolische Figuren in runder Arbeit, an die Wiederherstellung Deutschlands durch den Befreiungskrieg erinnernd, in der Mitte die sitzende Kolossalfigur der Germania. Die Bildwerke des Hintergiebels, ebenfalls 15 Figuren, mit Arminius in der Mitte, nach Schwanthalers Entwurf und Ausführung, beziehen sich auf die Besiegung der Römer durch die Cherusker. Das Innere des Gebäudes, die eigentliche Cella, bildet ein längliches Viereck, das, 54 mlang, 15 m breit und 17 mhoch, in drei Abteilungen gesondert wird, von denen die mittlere zwei sitzende, die beiden andern je zwei stehende Ruhmesgenien aus carrarischem Marmor, von Rauch, enthalten. An der Wand, in der Höhe der Halbsäulen, welche die Cellen voneinander sondern, enthält der Fries die von 5 M. Wagner komponierten und modellierten, von Pettrich und P. Schöpf in Marmor ausgeführten Reliefdarstellungen aus dem Leben der alten Deutschen bis zur Einführung des Christentums durch Bonifacius, in acht Abteilungen. Unter dem Fries an der Wand stehen auf Konsolen und Postamenten die plastischen Brustbilder oder, wenn beglaubigte Porträts fehlen, die in Goldschrift ausgeführten Namen der Walhallagenossen, deren einförmige Reihen, in Gruppen geteilt, durch Siegesgöttinnen getrennt werden. Vgl. König Ludwigs I. Schrift: &W.s Genossen » (Münch. 1842; 2. Aufl. 1847), und Adolf Müller, Donaustauf und W.» (14. Aufl., Regensb. 1885).