Widumann (Marimilian), namhafter deutscher Bildhauer, geb. 16. Okt. 1812 zu Eichstädt, bildete sich seit Okt. 1828 auf der Akademie zu München besonders unter Eberhards und Schwanthalers Leitung und arbeitete dann im Atelier des letztern. Nachdem er seit März 1836 zu seiner weitern Ausbildung einige Jahre in Rom verbracht, kehrte er im Juli 1839 nach München zurück, wo er seitdem seinen bleibenden Wohnsitz nahm und auch seit März 1849 als Professor an der Akademie wirkt. Seinen Ruf begründete W. durch seinen Schild des Herakles (1842), die in Gips ausgeführte lebensgroße Gruppe Apollo und Coronis und einige Reliefs aus der griech. Mythe und Geschichte. Die Reihe seiner statuarischen Bildwerke begann mit dem 3mhohen Standbilde des Fürstbischofs Echter von Mespelbrunn (1845) für Würzburg und der Statue des Orlando di Lasso für München (1848), beide im Auftrag des Königs Ludwig J. ausgeführt und in Erz gegossen. Diesen Werken folgten seitdem das eherne Standbild des Geschichtschreibers Lorenz von Westenrieder (1853 zu München errichtet), die Marmorbildsäulen Rauchs (1855) und Canovas (1856), beide in Nischen der Glyptothek aufgestellt; ferner das Denkmal, welches die Stadt München dem König Ludwig errichtete, bestehend in einer 4,m hohen Reiterstatue in Erzguß (1857 — 60); das eherne Standbild Christoph von Schmids für Dünkelsbühl (1858), die Marmorstatuen Michel Angelos und Giovannis da Bologna (1861), ebenfalls in der münchener Glyptothek; die ehernen Statuen Schillers zu München (1861), Ifflands (1862) zu Mannheim, des Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal in Bamberg (1863), des Freiherrn von Dalberg in Mannheim (1864), des Architekten von Gärtner zu München (1866) und des Bischofs Sailer in Regensburg (1867), endlich das Gipsmodell der für München bestimmten 3 mhohen Statue des Malers Peter von Cornelius. Von andern Werken der plastischen Kunst sind noch aus W.s Atelier hervorgegangen: eine lebensgroße Gipsgruppe, darstellend einen Jäger, der seine Familie gegen einen Panther beschützt (1850), der in Holz ausgeführte Auferstehungsaltar für die Frauenkirche zu München (1868), eine liegende Statue der verstorbenen Großherzogin Mathilde von Hessen (1863 — 64) in Marmor, die 4,5 m hohe Victoria für das Maximilianeum in München (1863—65), die in Kalkstein ausgeführte Thalia für das Aktientheater zu München (1865), die 3 m hohe Statue Goethes in München (1868), ein jugendlicher Hermes in Lebensgröße (1870), eine lebensgroße Gipsgruppe: Hercules und Hermes (1876), die zwei 3,m hohen Reiterstatuen der Dioskuren für die Freitreppe des Akademiegebäudes zu München (seit 1877), zwei liegende Statuen: die griech. Mythologie und die nord. Sage, für den westl. Seitengiebel des Akademiegebäudes u. s. w.