FeedWechel
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Wechel, verdiente Buchdruckerfamilie, welche Deutschland und Frankreich zugleich angehörte. Christian W. aus Basel gründete nach 1520 eine bald in ganz Europa geachtete Druckerei an vico Jacobeos zu Paris, aus welcher eine lange Reihe griech., lat. und franz. Werke hervorging, die sich durch höchste Korrektheit und gefälligen Druck auszeichnen. Um die Korrektheit seiner Werke machte sich namentlich sein Freund Friedr. Sylburg sehr verdient. Als Anhänger der Reformation und wegen Vertriebs verbotener Bücher verfolgt, mußte er, namentlich auf Antrieb der theol. Fakultät in Varis, Frankreich verlassen. In Deutschland gründete er zu Frankfurt a. M. eine neue Druckerei und Buchhandlung, die bald zu gleicher Blüte wie das frühere Geschäft gediehen. Er starb 1554. Andreas W., sein Sohn, war in Paris zurückzeblieben. Derselbe hatte jedoch bald mit Renem ater gleiches Schicksal und mußte als Calvinist 1573 Frankreich verlassen. Auch er begründete darauf zuerst in Frankfurt a. M., dann in Hanau eine bedeutende Offizin, um deren Werke sich ebenfalls Fr. Sylburg und Vinc. Opsopöus viele Verdienste erwarben. Das bedeutende Geschäft wurde nach seinem 1. Okt. 1581 erfolgten Tode durch seine Schwiegersöhne Claude Marny und Jean Aubry unter dem Namen der Wechelschen Buchdruckerei fortgesetzt. Im J. 1590 erschien ein Katalog der in derselben gedruckten Werke. Johann W. war ganz deutscher Buchdrucker, denn bereits 1583 gründete er in Frankfurt a. M., wo er schon unter seinem Vater, Andreas W., gearbeitet hatte, ein ansehnliches Geschäft, das auch von seinen Erben noch lange Zeit fortgesetzt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 490Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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