Websky (Christian Friedr. Martin), namhafter Mineralog, geb. 17. Juli 1824 zu Wüstegiersdorf in Schlesien, aus einer industriellen Familie, widmete sich anfangs dem Bergfach und rückte bis zur Stellung als Oberbergrat bei dem königl. Oberbergamt in Breslau vor. Als solcher habilitierte er sich auch als Privatdocent für Mineralogie an der dortigen Universität, an welcher er bald darauf eine außerordentliche Professur erhielt. Im J. 1874 wurde er nach dem Hinscheiden von Gustav Rose zum ordentlichen Professor an die berliner Universität berufen, 1875 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften daselbst, 1885 zum Geh. Bergrat ernannt; er starb am 27. Nov. 1886. W. hat eine große Anzahl kleinerer Arbeiten über verschiedene Mineralarten (3. B. über Uranophan, Monazit, Kryolith, Allovit, Strigovit, Sarkopsid, Epiboulangerit, Kochelit, Pucherit, Quarz, Julia-⸗ nit, Axinit, Descloizit, Jeremejevit u. a.) veröffentlicht, sowie ein selbständiges Werk «Die Mineralspezies nach den für das spezifische Gewicht derselben angenommenen und gefundenen Werten » (Bresl. 1868). In den letzten Lebensjahren beschäftigte er sich namentlich sehr erfolgreich mit der mathematischen Behandlung spezieller krystallographischer Probleme; auch rührt von ihm eine Verbesserung der Goniometereinrichtung (sog. Webskyscher Spalt). W. hat sich um die Einrichtung und Aufstellung der ihm in Breslau und Berlin anvertrauten großen Universitäts-Mineraliensammlungen sehr verdient gemacht und besaß eine außergewöhnliche Gabe, die verschiedenen Mineralvorkommnisse nach ihren Fundorten zu erkennen.