Weiß ist in physik. Sinne im Gegensatz zu Schwarz (s. d.Nebenso wenig wie dieses eine Farbe, sondern der Effekt aller reflektierten Lichtstrählen. Mit dem Namen des weißen Lichts bezeichnet man daher auch das farblose Sonnenlicht, das aus einer unendlich großen Anzahl verschiedener Farben zusammengesetzt ist (s. unter Farbenlehre), oder überhaupt ein Licht, welches in gleichem Verhältnis wie jenes zusammengesetzt ist, wie das Kalklicht, das Magnesiumlicht, das elektrische Licht. Mit Weiß bezeichnet man ferner die Farbe eines mehr oder weniger undurchsichtigen Körpers, wenn seine nicht polierte Oberfläche alle im Sonnenlicht vorhandenen farbigen Strahlen in gleicher Weise, d. h. in gleichem Verhältnis nach allen Seiten hin zurückstrahlt. Das Weißfärben geschieht entweder, wie hauptsächlich vei Seide, Wolle, Baumwolle, Leinen u. s. w., dadurch, daß man die in dem weiß zu färbenden Stosse vorhandenen Farbstoffe zerstört, und zwar durch Bleichen, Schwefeln und Behandeln mit Chlor, oder man trägt auf die weiß zu färbende Oberfläche eine weiße Körperfarbe (Ol- oder Wasserfarbe) auf, z. B. Bleiweiß, Zinkweiß, Permanentweiß (schwefelsaurer Baryt) u. s. w. Mitunter und zwar nicht selten erzielt man weiß in der Technik durch die sog. physikalische Bleiche, indem man dem zu bleichenden Körper eine kleine Menge von Blau, z. B. Ultramarin zusetzt; dies ist 3. B. der Fall beim Stärken der Leibwäsche, der Fabrikation des Zuckers u. s. w.