Weiß (Christian Samuel), verdienter Mineralog und Krystallograph, geb. 26. Febr. 1780 zu Leipzig, erhielt seine gelehrte Bildung auf den Schulen und der Universität seiner Vaterstadt, übte sich dann 1801—2 zu Berlin unter Klaproth praktisch in der Chemie und studierte hierauf noch 1802 —3 zu Freiberg, wo er zu Werners vorzüglichsten Schülern gehörte. Im J. 1803 habilitierte er sich an der Universität Leipzig und ward, nachdem er seit 1805 Deutschland, die Schweiz und Frankreich bereist, 1808 ord. Professor der Physik und 1810 als Professor der Mineralogie an die Universität nach Berlin berufen, in welcher Stellung er viele tüchtige Mineralogen gebildet und den mathem. Teil der Mineralogie nach einer sehr naturgemäßen Methode zu einem hohen Grade der Vollkommenheit ausgebildet hat. Auch war er der erste, der in seiner Abhandlung allber die natürlichen Abteilungen der Krystallisationssystemer (1813) eine solche Abteilung als die Basis alles krystallographischen Wissens und als die Grundlagen des Krystallaufbaues aufstellte, wofür seine Krystallsysteme noch heutigentags gelten. Außer der genannten Arbeit und einer großen Anzahl Abhandlungen in den Schriften der Akademie und der Naturforschenden Gesellschaft zu Berlin hat W. kein größeres selbständiges Werk veröffentlicht. Er starb 1. Okt. 1856 auf einer Reise zu Eger in Böhmen. Die Grundlagen und Cigentümlichkeiten seiner krystallograph. Methode bestehen in der Zurückführung aller krystallograph. Verhältnisse auf bestimmte Achsen der 4f1 mit Bezug auf welche auch die mathem. Bezeichnung der Krystallflächen vorgenommen wird; ferner in der Auffindung des Ge-Ilach des Zusammenhangs aller verschiedenen Flächen eines Krystallsystems durch Beobachtung der Zonen desselben und der Kombination derselben. Sein Mineralsystem ist ein natürliches, in dem die formellen und substantiellen Eigenschaften der Mineralkörper zugleich berücksichtigt sind. Vgl. Martius, «Denkrede auf Christian Samuel W.y (Münch. 1857).