Weiß-Kunig, d. h. nicht sowohl der weise als der weiße, d. h. weiß gekleidete König, heißt das in Prosa geschriebene Gegenstück des Theuerdankls. d.), ein Buch von sehr untergeordnetem Wert, halb Chronik, halb Roman, welches in drei Teilen die Vermählung und Krönung Kaiser Friedrichs III. und ferner die Erziehungs⸗, Reichs⸗ und Kriegsgeschichte seines Sohnes Maximilian I. (s. d.) bis auf die Beendigung des venet. Kriegs erzählt, im ganzen der Geschichte gemäß, aber mit allegorischer Verhüllung sämtlicher Eigennamen, wodurch es schon den Zeitgenossen rätselhaft und unverständlich wurde. So heißt Kaiser Friedrich der alte Weißkunig, Maximilian der junge Weißkunig, die Franzosen die blaue Gesellschaft u. s. w. Auch dieses Werk hatte Maximilian bis 1512 selbst entworfen, dann aber 1514 durch seinen Geheimschreiber Marx Treizsaurwein von Erentreiz (gest. 6. Sept. 1527) ausführen und vollenden lassen. Ein erwarteter Kommentar von Maximilians eigener Hand ist unausgeführt geblieben; dagegen haben andere schon im 16. Jahrh., wie namentlich Reichard Strein, Freiherr zu Schwarzenau (gest. 1600), mancherlei für die Erklärung des Buchs zusammengetragen. Erst 1775 ward das Werk durch Joseph Kurzböck zum Druck befördert (2 Bde., Wien), mit 237 trefflichen Holzschnitten Hans Burgkmairs, deren Originaltafeln sich in Graz erhalten hatten. Vgl. Lilieneron, „Der W. Marimilians I.o (im »Histor. Taschenbuch», Lpz. 1873). (gen.