Weltschmerz, s. Pessimismus. Weltsprache Universalsprache) nenntman eine für alle Nationen verständliche Sprache. Die Beseitigung der Schwierigkeiten, welche die verschiedenen Sprachen der Erde dem internationalen Verkehr entgegenstellen, hat schon mehrere Gelehrte und Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. hilanthropen beschäftigt. Der erste, welcher auf die Idee einer Universalsprache verfallen zu sein scheint, war der berühmte Philosoph Leibniz. Derselbe scheint auch an eine Möglichkeit der Realisierung seiner Idee gedacht zu haben, da er sich vielfach mit der Sammlung von Vokabularien verschiedener beschäftigte. Auch der Philosoph Descartes dachte über die Universalsprache nach, doch ohne selbst einen Versuch in dieser Richtung zu wagen. Andere in neuerer Zeit unternommene Versuche dieser Art leiden an dem Mangel einer praktischen Durchführung, und erst in der neuesten Zeit ist es dem Pfarrer Johann Martin Schleyer in Lizzelstetten bei Konstanz (Baden) gelungen, eine Weltsprache (von ihm Volapük genannt) zu konstruieren und für sie namentlich in den Schichten der Kaufleute Propaganda zu machen. Schleyer legt im großen und ganzen das gesprochene Englische zu Grunde, sucht es aber einerseits von allen Unregelmäßigkeiten zu befreien, indem er bloß eine Deklination und eine Konjugation aufstellt, andererseits die im Englischen verloren gegangenen grammatischen Exponenten durch willkürlich eingeführte lautliche Mittel wiederherstellt. Lieben heißt bei Schleyer löf (engl. love), edie Welto vol (engl. world), oSpracher pük (engl. speak), Blatto bled (engl. blade). Der Genitiv hat das Suffix —, der Dativ das Suffix -e, der Accusativ das Suffix-i. Der Plural wird durch das Suffix — ausgedrückt. Daher heißt vol-a-pük-a-bled (Weltaden Väterno ⸗= fat-e-s u. s. w. Das Adjektivum wird mittels des Suffixes Ak abgeleitet. Man sagt nat-ik anatürliche, fat-ik «väterlichö. Das Pronomen lautet: ob aichv, ob-s cwirv; ol- eduv, ol-s uihro; om- çerv, om-s asießp. — Die Flexion des Verbums geht auch durch die Anhängung des Pronomens vor sich, daher 161-ob eich lieber, 16t.ol du liebsto, 16fom eer liebto. Durch Vorsatz eines ä entsteht das Imperfektum, durch Vorsatz eines o das Futurum, daher ä-löf-ob, o-löf-ob. Ein dem Verbum vorgesetztes pebringt das Passivum, z. B. P-O-16f-ob eich werde geliebt werdeno. Der Versuch Schleyers ist immerhin rühmend anzuerkennen, da er auf einem richtigen Verständnis der Grammatik der indogerman. Sprachen beruht, er dürfte aber kaum jene W. werden, als welche er sich ankündigt, da der Urheber desselben von der radikalen Verschiedenheit des grammatischen Baues der menschlichen Sprachen keine richtige Idee zu haben scheint. (S. auch Pasigraphie.)