FeedWelden (Franz, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Welden (Franz, Freiherr von), österr. Feldzeugmeister, geb. zu Laupheim in Württemberg 16. Juni 1782, trat 1798 in württemb. Dienste, nahm an den Feldzügen 1799—1800 gegen Frankreich teil, trat 1802 in österr. Dienste und wurde vor und während des Feldzugs von 1805 als Hauptmann des Generalquartiermeisterstabes bei topogr. Aufnahmen beschäftigt. Als Major wurde er 1809 dem Hauptquartier des Erzherzogs Karl zugeteilt, 1812 war er im Stabe des Fürsten Schwarzenberg während des russ. Feldzugs, wurde Oberstlieutenant, kämpfte 1813 und 1814 in Italien, wo er als Oberst für die Erstürmung der Pässe Les Rousses und Fossilles das Maria-Theresien-Kreuz erwarb, 1815 in Südfrankreich und wurde 1816 Brigadier des Pionierkorps. Hierauf stand er eine Zeit lang dem Topographischen Bureau vor und leitete später, nachdem er 1821 als Quartiermeister des Bubnaschen Korps den kurzen Feldzug gegen die piemont. Aufständischen m9h macht, die militärische Landesbeschreibung. W. wurde 1828 zum Generalmajor, 1832 zum Bevollmächtigten bei der Militärkommission des Deutschen Bundes, und 1836 zum Feldmarschalllieutenant ernannt. Im J. 1838 erhielt er das Divisionskommando in Graz, 1843 das Generalkommando in Tirol. Beim Aufstande der Lombardei 1848 sicherte er durch seine geschickten Operationen von Tirol aus die Verbindung des Feldmarschalls Radetzky mit den Erblanden, unterwarf Treviso, wurde Feldzeugmeister, schloß Venedig ein und rückte in die Romagna vor, wurde aber durch seine Ernennung zum Militär- und Civilgouverneur von Dalmatien im September abberufen. Nach den Oktoberereignissen und der Einnahme von Wien vertraute ihm der Kaiser das Gouvernement der Hauptstadt, welches er unter den schwierigsten Verhältnissen übernahm und mit einer kurzen Unterbrechung (vom April bis Juni 1849, wo er den Oberbefehl in Ungarn führte) bis zu seinem Rücktritt aus dem Dienste im Juni 1851 behielt. W. zog sich nach Graz zurück, lebte hier seiner Neigung für Botanik und starb 7. Aug. 1853. Als Militärschriftsteller hat er sich besonders bekannt gemacht durch Episoden aus meinem Lebeno (3. Aufl., Graz 1855), in denen er Beiträge zur Geschichte der österr. Armee in den J. 1848 und 1849 lieferte, ferner durch «Der Feldzug der Osterreicher in Italien 1813 und 1814 (2. Aufl., Wien 1875), Geschichte der Feldzüge der österr. Armee 1848 und 18495 (2. Aufl., Wien 1875), Der Feldzug der Osterreicher gegen Rußland 18125 (Wien 1870) und Der Krieg von 1809 zwischen Osterreich und Frankreichs (Wien 1872). Er schrieb auch Monographie des Monte-Rosav (Wien 1824). Großes Verdienst erwarb er sich noch durch Stiftung eines nach ihm benannten Invalidenfonds.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 535Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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