FeedWittig (Aug.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Wittig (Aug.), vorzüglicher Bildhauer, geb. 22. März 1826 zu Meißen, begann das Studium seiner Kunst 1843 zu Dresden unter Rietschels Leitung und machte sich dann in den J. 1846—48 durch ein Relief, Raub des Hylas, eine Bronzegruppe, Siegfried und Kriemhild, sowie auch zwei rößere Kinderfriese, Landwirtschaft und Gartenultur, vorteilhaft bekannt. Eine Reise nach Italien trat er im Frühjahr 1849 an und weilte sechs Monate in München, dann einige Monate in Florenz; 1850 —63 lebte er in Rom. Das Talent W.s ist auf das Großartige und Erhabene gerichtet. Von seinen Werken sind hauptsächlich hervorzuheben: die weibliche Figur einer Charitas, der sich drei Kinder anschmiegen (1851); die überlebensgroße Statue eines Jägers (1852), welche nach London kam; Hagar und Ismael, ½½½ (1853), in der Nationalgalerie zu Berlin 1871; Ganymed und Hebe, zwei Medaillons; eine Pietà (1858), Kolossalgruppe; eine Grablegung Christi und eine Loreley (1860), zwei vorzügliche Reliefbildwerke. Im J. 1864 folgte W. einem Rufe nach Düsseldorf und übernahm daselbst als Professor die Gründung einer Bildhauerschule. Zur Gedächtnisfeier für Cornelius arbeitete er dessen dreimal lebensgroße Büste (in Bronze gegossen und vergoldet in der Nationalgalerie in Berlin), ferner die Kolossalbüste W. von Schadows für dessen Denkmal in Düsseldorf, sodann drei Medaillons mit den überlebensroßen Porträts von Peter Vischer, Phidias und ichel Angelo für die Jagade des frühern Museums der Gipsabgüsse zu Düsseldorf, in Stein ausgeführt, den Entwurf eines Siegesdenkmals, für einen öffentlichen Platz bestimmt, zwei Karyatiden für das neue Akademiegebäude zu Düsseldorf entworfen, die Statuen der Apostel Petrus und Paulus, zur Ausführung in Marmor bestimmt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 711Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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