FeedWigand (Paul)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Wigand (Paul), deutscher Geschichtsforscher, geb. 10. Aug. 1786 zu Kassel, studierte zu Marburg die Rechte und Geschichte, übernahm dann bis 1807 die Herausgabe der polit. Zeitung zu Kassel, arbeitete hierauf als Prokurator bei den Gerichten zu Kassel und nahm in dem neuen Königreich Westfalen die Stelle als Friedensrichter zu Hörter ein. Als Höxter an Preußen kam, wurde er in diesem Orte Assessor bei dem Land⸗ und Stadtgericht. Nachdem er der Regierung den ersten Band seiner „Geschichte der gefürsteten Reichsabtei Korvei» (Hörter 1819) überreicht hatte, ließ ihn der Staatskanzler Hardenberg 5 Berlin kommen, um seine Kenntnisse bei der Aufstellung der Urkundenschätze Preußens in Anspruch zu nehmen. Hierauf wurde ihm das Archiv zu Korvei nebst einem Teile der Archive von Paderborn überwiesen. W. gründete das „(Archiv für Geschichte und Altertumskunde Westfalense (7 Bde., Hamm 1826—27; Lemgo 1828 — 38) und veröffentlichte-Das Femgericht Westfalensv (Hamm 1825), «Die Dienster (Hamm 1828), (Der korveische Güterbesitzo (Lemgo 1831). Im J. 1828 übernahm er mit Strombeck die Herausgabe der vaterländischen Provinzialrechte und erhielt bald darauf den Auftrag, die Provinzialgesetzbücher für den Obergerichtsbezirk von Paderborn zu entwerfen. Als Frucht dieser Arbeiten erschienen Die Provinzialrechte der Fürstentümer Paderborn und Korveis (3 Bde., Lpz. 1832) und Die Provinzialrechte des Fürstentums Minden, der Grafschaften Ravensberg u. s. w. (2 Bde., Lpz. 1834). Im J. 1833 wurde er als Stadtgerichtsdirektor nach Wetzlar versetzt. An der Kontroverse über die Echtheit des „Chronicon Corbeienses beteiligte er sich mit der Schrift Die korveischen Geschichtsquellen » (Lpz. 1841) und wies auch in einer kritischen Ausgabe der Traditiones Corbeienses „ (Lpz. 1843) deren Verfälschung nach. Später gab er auch «Denkwürdigkeiten (Lpz. 1854) heraus. Im J. 1848 trat W. in den Ruhestand und veröffentlichte noch Denkwürdige Beiträge für Geschichte und Rechtsaltertümer aus westfäl. Quelleno (Lpz. 1858). Er starb 4. Jan. 1866 a Wetzlar. sächs. radikalen Partei, geb. 31. Mai 1807 in auch Rure siedelte frühzeitig mit seinen Eltern nach München über, studierte dort seit 1827 Jura, Kameralia und Forstwissenschaften und beschäftigte sich seit 1830 nebenbei auch namentlich mit Stenographie. Nachdem er 1831 beim Landgericht Au in München in den Staatsdienst getreten, ging er 1833 als Stenograph nach Dresden und wurde 1834 Vorstand des dortigen Stenographischen Instituts. Im Frühjahr 1848 wurde er in die Deutsche Nationalversammlung nach Frankfurt a. M. gewählt und 1849 auch in den sächs. Landtag, wo er zur Linken gehörte. Seiner polit. Haltung wegen wurde er nach der Niederwerfung des Maiaufstandes von 1849 als Vorstand des Stenographischen Instituts suspendiert, studierte dann Medizin und ließ sich 1857 als praktischer Arzt in Deuben im Plauischen Grunde bei Dresden nieder. Er starb 25. Sept. 1885 in Dresden. Von seinen Schriften sind zu nennen: „Stenographischer Lehrmeistery (Dresd. 1852), «Lehrbuch der Redezeichenkunsto (2 Bde., Dessau 1853; 2. Aufl., Dresd. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 631Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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