Wildbad, Stadt im Oberamte Neuenbürg des württemb. Schwarzwaldkreises, in einem engen, wildromantischen, von der Enz durchströmten Thale, Station der Linie Pforzheim-W. der Württemberg. Staatsbahnen, hat (1885) 3572 E., eine Papierfabrik mit Holzstofffabrikation, Holzhandel sowie Holzflößerei und wird wegen seiner alkalischen Mineralquellen, die einen Wärmegrad von + 33 bis 38 C. haben, im Sommer von über 6000 Badegästen besucht, welche hier beiRheumatismen, Gicht,‚ beionder Leiden der Knochen und Gelenke, sowie besonders bei Lähmungen und Neuralgien Heilung suchen. Auch gegen Affektionen des Magens und Darmkanals, sowie bei bumer der Lungenschleimhaut, der Nieren und der Blase wird das Thermalwasser mit Nutzen getrunken. Die Ouellen sind seit früher Zeit im Gebrauch, und die Anstalten haben bis in die neueste Zeit viele zweckmäßige Umgestaltungen sowie Vermehrung durch Prachtbauten erfahren. Von den vielen romantischen Partien, welche die Umgegend bietet, ist unter andern der Wilde Seezunennen, dessen Wasser ohne sichtbaren Ab⸗- und Zufluß immer dasselbe Niveau zeigt. Der Ort wird zum ersten mal 1367 genannt, als Graf Eberhard der Greiner daselbst von den Schleglern überfallen wurde. Vgl. außer den Schriften von Kerner, Fricker u. a.: Renz, «Histor. Briefe über das W.» (Stuttg. 1871); derselbe,Das W. im Königreich Württemberg, wie es ist und ward» (Wildbad 1874); derselbe, Kleiner Führers (4. Aufl., Wildbad 1884); Hartmann, «Wildbade (Stuttg. 1886); Wagner, (W. im Schwarzwaldo (Würzb. 1886).