FeedWilhelm (Ludw. Aug.)
GeschichteBrockhaus 1882

Wilhelm (Ludw. Aug.), Markgraf von Baden, früher Graf von Hochberg, war der zweite Sohn des Großherzogs Karl Friedrich (s. d.) aus dessen zweiter Ehe mit der Gräfin Hochberg (s. d.), und Bruder des Großherzogs Leopold (s. d.) von Baden. Geb. zu Karlsruhe 8. April 1792, trat er sehr jung in bad. Militärdienste und war im Kriege gegen Osterreich, 1809, Adiutant in dem Generalstabe Massenas. In dem Feldzuge gegen Rußland 1812 befehligte W. als Generalmajor die bad. Briade, welche dem 9. Armeekorps unter Marschall ictor zugeteilt war. Beim Rückzuge dieses Armeekorps hatte die bad. Brigade die Arrièregarde zu unterstützen, wobei W. an der Beresina glücklich manövrierte. Nach der Rückkehr ins Vaterland wurde W. 1813 zum Generallieutenant erhoben und führte die zweite Hälfte des bad. Kontingents nach Sachsen, wo er das Kommando des bad. Armeekorps übernahm. Nach der Schlacht bei Leipzig kapitulierte er 19. Okt. mit den Verbündeten, lehnte jedoch den Antrag ab, sich mit ihnen zu vereinigen. In den J. 1814 und 1815 leitete er die Blockaden mehrerer Festungen und vertrat auf dem Wiener Kongreß die Angelegenheiten des Hauses Baden. Nach der Thronbesteigung seines Bruders Leopold vermählte sich W. 16. Okt. 1830 mit der Tochter des Herzogs Ludwig von Württemberg, Prinzessin Elisabeth (geb. 27. Febr. 1802, gest. 5. Dez. 1864). Er war 1825—48 Kommandeur der bad. Truppen und nahm als Präsident der Ersten Kammer thätigen Anteil an den öffentlichen Angelegenheiten. W. starb 11. Okt. 1859 und hinterließ drei Töchter, von denen die älteste, Sophie, mit dem Fürsten Woldemar zur Lippe, die jüngste, Leopoldine, mit dem Fürsten Hermann von würdigkeiten des Generals der Infanterie Markgrafen W. von Baden aus den Feldzügen von 1809 —155 (herausg. von Röder von Diersburg, Karlsr. 1864). 654 Wilhelm (Graf zu Schaumburg-L

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 653Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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