Wimmpffen (Emanuel Felix, Freiherr von), geb. 13. Sept. 1811 zu Laon als der Sohn des dem Franzensast des Johann-Dietrich-Stammes angehörigen franz. Obersten Freiherrn Felix von W. (gest. 24. Febr. 1814 zu Frankfurt a. M.), besuchte die Militärschule von St.-Cyr, trat als Unterlieutenant in die Armee, wurde 1837 Lieutenant, 1840 Kapitän und 1847 Bataillonskommandeur im 44. Linienregiment. Als Kapitän hatte er unter den Turcos gedient und wurde, da er sich durch seine Kenntnisse der Sitten, Gebräuche und Sprache der Kabylen badeemers 1848 zu den Turcos zurückversetzt, ei denen er drei Nua. verblieb. Im Sept. 1851 Oberstlieutenant, Aug. 1853 Oberst, kehrte er nach Frankreich als Kommandeur des 13. Linienregiments zurück, übernahm aber schon im nächsten Jahre wieder in Afrika ein neuformiertes Turcoregiment, welches er im Krimkriege führte. Er eichnete sich an Aukermn in den Schlachten an der Ülma und von Inkerman, sowie beim Sturm auf den Malakow aus und wurde 1855 Brigadegeneral, 1856 Brigadekommandeur in der Kaisergarde. Während des ital. Feldzugs that er sich im Kampfe bei Ponte di Magenta rühmlichst hervor, sodaß er 5. Juni 1859 zum Divisionsgeneral aufrückte und das Kommando in Lyon erhielt. Später nach Afrika berufen, stand er an der Spitze der Verwal—⸗ tung der Provinz Algier, später der Provinz Oran. Der an der marokk. Grenze im März 1870 ausgebrochene Aufstand wurde von W. niedergeschlagen, obwohl ihm nur geringe Mittel zu Gebote standen. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 wurde W. vom Kaiser Napoleon III. dazu ausersehen, die Kriegserklärung nach Berlin zu bringen, erhielt dann das Kommando des 12., später an de Maln Stelle des 5. Armeekorps in der Armee Mac-Mahons, übernahm, als letzterer 1. Sept. 1870 während der Schlacht bei Sedan verwundet wurde, als ältester General den Oberbefehl und unterzeichnete 2. Sept. die Kapitulation von Sedan. Als Kriegsgefangener in Stuttgart interniert, schrieb W. von dort aus für die Tagespresse mehrere Briefe, in denen er nachzuweisen versuchte, daß er nach übernahme des Kommandos bei Sedan die Absicht gehabt habe, sich mit einem Teile der umzingelten Truppen, den Kaiser in der Mitte, durch die deutschen Linien durchzuschlagen, und daß es Napoleon III. gewesen sei, der die Ausführung dieses Vorhabens gehindert habe. Später veröffentlichte er: Sedan, par le général de W.o (Par. 1871), was eine Gegenschrift: La journée ssde Sedan, par le genéral Ducroto (Par. 1871), hervorrief, welche W. mit „Réponse au général Ducrot par un officier supérieuro (Par. 1871) erwiderte; außerdem schrieb W.: XLLa France, sa situation et les réformes nécessaireso (Par. 1873). Nach dem Frieden in die Reserve versetzt, siedelte W. nach Algerien über. Er starb zu Paris 1490 zu Schlettstadt im Elsaß, studierte in Freiburg Philosophie und schöne Künste, in Heidelberg Theologie, wurde 1483 Baccalaureus der Theologie, im gleichen Jahre Prediger in Speier, 1498 Professor der Beredsamkeit und Dichtkunst in Heidelberg, siedelte aber schon 1500 zu seinem Freunde Geiler von Kaisersberg nach Straßburg über. Hier war er teils mit litterarischen Arbeiten, z. B. der Herausgabe der Werke Gersons, ferner einer Geschichte der straßburger Bischöfe, teils mit der Erziehung von Jünglingen beschäftigt. Im Auftrage von Kaiser Maximilian J. machte er eine Zusammenstellung der sog. Gravamina der deutschen Nation nebst Vorschlägen für Abstellung der größten Mißbräuche; als aber der Kaiser damit Ernst machen wollte, stellte sich der ängstliche und zaghafte W. auf Seite des Papstes. Die Einsamkeit und das beschauliche Leben sagte seiner Natur am meisten zu, wie er denn auch mehrere Jahre in der Nähe eines Frauenklosters im n Sazelüherlt dessen Aufsicht ihm der Bischof von Basel übertragen hatte, zubrachte. Im J. 1515 siedelte er nach Schlettstadt über, wo er 17. Nov. 1528 starb. Vgl. Wiskowatoff, „Wimphelinge (Berl. 1867); Schwarz, Wimphelingo (Gotha 1879).