Windelband (Wilh.), deutscher Philosoph, geb. 11. Mai 1848 zu Potsdam, studierte auf den Universitäten Jena, Berlin und Göttingen, promovierte 1870 an der letztern mit der Schrift „Die Lehre vom Zufallo (Berl. 1870), und habilitierte sich 1873 in Leipzig mit der Abhandlung Aüber die Gewißheit der Erkenntniso (Berl. 1873). Im J. 1876 wurde er ord. Professor der Philosophie an der Universität Zürich, 1877 in Freiburg i. Br., 1882 in Straßburg. Ein Schüler Kuno Fischers und Lotzes, arbeitet W. auf histor. wie auf theoretischem Gebiete im Sinne des deutschen Idealismus und insbesondere für eine Rekonstruktion der Kantschen Lehre. Außer kleinern Gelegenheitsarbeiten, worunter seine züricher Antrittsrede «lüber den gegenwärtigen Stand der psycholog. Forschungo (Epz. 1876), veröffentlichte W.: Die Geschichte der neuern Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Kultur und den besondern Wissenschaften» (Bd. 1: ⸗Von der Renaissance bis Kants, Lpz. 1878; Bd. 2:⸗Von Kant bis Hegel und Herbart, die Blütezeit der deutschen rn Lpz. 1880) und »Präludien, Reden und Aufsätze zur Einleitung in die Philosophies (Freiburg und Tüb. 1884), worin er die Grundzüge eines Systems der kritischen Philosophie allgemeinverständlich darlegt.