Windende Pflanzen nennt man diejenigen Pflanzen, welche befähigt sind, unter gewissen Umständen eine Stütze in Schraubenwindungen zu umschlingen. Alle windenden Pflanzen zeigen an ihren Sproßendenlebhafterevolntwe oder Circumnutation (. Nutation) und sind durch diese kreisenden Bewegungen im Stande, eine Stütze aufzusuchen; nachdem eine solche erreicht ist, findet die schraubenlinige Umwindung derselben statt. Bei dem Zustandekommen dieser Windungen sind im wesentlichen jene lebhaften Nutationsbewegungen und der negative Geotropismus (s.d.) der Stengel, sowie der Widerstand, den die Stütze den Bewegungen entgegengesetzt, von Bedeutung. Ohne Mitwirkung einer geeigneten Stütze werden an den Stengeln der windenden Pflan-Ra keine normalen Schraubenwindungen gebildet. dach der Richtung, in welcher die Windungen verlaufen, unterscheidet man rechtswindende und linkswindende Pflanzen. In der botan. Terminologie bezeichnet man als rechtsgewunden, wenn die Bewegung in der Richtung des Uhrzeigers erfolgt, als linksgewunden dagegen, wenn die Bewegung in entgegengesetztem Sinne stattfindet. Die meisten windenden Pflanzen sind linkswindend, so z. B. die gewöhnlichen Winden aus der Familie der Convolvulaceen, die Bohnen und zahlreiche andere; rechtswindend ist unter den in Deutschland einheimischen Pflanzen z. B. der Hopfen.