FeedWindrose
HimmelskundeBrockhaus 1882

Windrose nennt man die bei allen Schiffskompassen (s. Kompaß) angebrachte, den Horizont vorstellende Scheibe, welche durch 32 vom Mittelpunkte nach dem Umkreise gezogene, gleichweit voneinander abstehende Radien die Lage der Himmels- oder Weltgegenden anschaulich macht. Die W. bildet einen Stern mit 32 Strahlen oder Strichen und hat eine entfernte Ahnlichkeit mit einer Rose, von der sie den Namen führt. Sie ist auf der Magnetnadel befestigt, und gewöhnlich wird diejenige Spitze des Sterns, welche Nord angeben soll, durch einen Pfeil oder eine Lilie unterschieden und jede der übrigen Hauptlinien durch den hinzugeschriebenen Namen der betreffenden Himmelsgegend bezeichnet. Die vier Gegenden Nord, Süd, Ost und West, welche die Scheibe in Quadranten teilen, heißen Hauptgegenden oder Kardinalpunkte. Jede der vier Hauptgegenden wird in zwei gleiche Teile geteilt und die Benennung derselben aus den Namen der beiden Hauptgegenden, zwischen welche sie fallen, zusammengesetzt, doch so, daß Nord und Süd allezeit vorangehen. So erhält man vier erste Nebengegenden: Nord-West, Nord-Ost, Süd-West und Süd-Ost. Diese acht Gegenden werden nun wieder halbiert, und es entstehen dann acht neüe Nebengegenden: Süd-Süd-West, West-Süd-West, West-Nord-West, Nord-Nord-West, Nord-Nord-Ost, Ost-Nord-Ost, Ost-SüdOst und Süd-Süd-Ost. Die Zwischenräume dieser 16 Weltgegenden werden endlich nochmals geteilt, wodurch 16 andere Nebengegenden entstehen, die so bezeichnet werden, daß man für die den Kardinalpunkten zu beiden Seiten zunächst liegenden den Namen des betreffenden Kardinalpunktes voranstellt und mit dem Kardinalpunkte, nach welchem sie hingerichtetsind, durch das Wörtchen zumo verbindet. So z. B. heißt der erste Strich, welcher rechts von MRordo liegt, Nord zum Ost, links davon Nord zum West; analog gibt es Ost zum Süd und Ost zum Nord, Süd zum West und Süd zum Ost, West zum Nord und West zum Süd. Die letzten acht Striche werden ähnlich benannt, d. h. Nordost zum Ost und Nordost zum Nord, Südost zum Süd und Südost zum Ost, Südwest zum West und Südwest zum Süd und endlich Nordwest zum Nord und Nordwest zum West. Am äußersten Rande der W. ist die Einteilung in 360 Grade verzeichnet, sodaß 11¼ Grad auf jeden der 32 Striche kommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 683Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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