Wissen heißt das Verstehen einer Wahrheit, welche sich entweder auf Sinnesanschauung und Erfahrung gründet (histor. oder empirisches W.), oder auf mathem. Zusammenhänge von Größe, Gestalt und Zahl (mathematisches W.), oder auf die Begriffe des Verstandes und ihre Abhängigkeit voneinander (philosophisches W.); meist aber besteht es in dem Ergebnis aller dieser Erkenntnisse zusammen. Im strengsten Sinne nennt man W. die durch den Zwang einer logischen Demonstration gesicherte überzeugung, wie z. B. die Überzeugung von der Richtigkeit eines geometr. Satzes, und alles W. in diesem Sinne beruht auf Notwendigkeit, d. h. auf Einsicht in die Unmöglichkeit des Gegenteils. Im weitern Sinne gehört zum W. aber auch alles bloß mit dem Gedächtnis Gulernung wie der angeeignete Wörterschatz bei Erlernung einer fremden Sprache, oder die auswendig gelernten, obwohl unverstandenen Termiuo einer wissenschaftlichen oder religiösen Terminologie. Vom W. unterscheidet man den Glauben als eine Überzeugung, welche auf subjektiven Gründen beruht.