Wladimir II. Wsewolodowitsch, mit dem Beinamen Monomachos, Großfürst von Kiew, war einer der bedeutendsten russ. Fürsten des Mittelalters. Geb. 1053 in Kiew, bildete er durch Klugheit und Tapferkeit schon eine Hauptstütze seines Vaters Wsewolod (gest. 1093) gegen innere und äußere Feinde, und bestieg, nach der darauffolgenden Mißregierung seines Neffen Swjatopolk, 1113 selbst den Thron. Seine erste Regierungsthat war ein Gesetz gegen die Wucherzinsen und die Vertreibung der Juden, welche das Volk hart bedrängten. Glücklich war seine Politik gegen die Teilfürsten, die er zur Anerkennung des Seniorats Kiews zwang, und wodurch er wieder den größten Teil Rußlands in einer Hand vereinigte. Ferner stiftete er Kirchen und Klöster, baute Brücken, gründete die Stadt Wladimir an der Kliasma. Außern Feinden gegenüber suchte er im Alter mehr durch friedliche Verhandlungen als durch die Waffen Erfolge zu erzielen. W. war auch einer der ersten weltlichen Schriftsteller Rußlands; er schrieb für seine Kinder eine Belehrunge (Poudenije) über die Eigenschaften eines guten Fürsten, die ein Bild der Sitten der Zeit gibt. Er starb 19. Mai 1125.